Wenn du dich so richtig gut fühlst …

Das Kleid ist auch hoopingtauglich :-)Es gibt dieses Gefühl. Manche haben es nie, andere ab und zu, wenige immer.
Dieses Gefühl, dass du mit dir und der Welt vollkommen zufrieden bist. Vorallem „mit dir selbst„.

Denn, meistens sind wir doch so drauf: wir kritisieren ständig an uns selbst herum. Wir ziehen den Bauch ein, wenn wir uns seitwärts in der Schaufensterscheibe beobachten. Wir zupfen an unseren Haaren herum. Wir finden uns zu blass, zu dick, zu dünn, zu unförmig. Wir beobachten beim Gang durch die Stadt die anderen und wünschen uns, ebenso zu sein. Oder manche machen es auch umgekehrt: sie finden an anderen jede Menge Kritikpunkte, um sich selbst zu bestätigen, dass kein Mensch perfekt aussieht. Wieso sind wir eigentlich so verletzend? Zu uns? In Gedanken zu anderen?

Wann stehen wir vor dem Spiegel und sagen „JA! Wundervoll. Ich würde mich selbst in mich verlieben, wenn ich könnte“. Wann? Meistens doch viel zu selten.

Nun gibt es Kleidungsstücke, die es uns leichter machen, dieses Gefühl hervorzuzaubern. Ich hatte vor zwei Jahren schon mal darüber geschrieben. Damals war es ein Brautkleid. Heute Mittag ist mir das gleiche nochmal passiert. Auf dem Rückweg zur Arbeit kam ich an einem kleinen, feinen Geschäft der besonderen Art in der Neustraße vorbei. Dort wird u.a. fair gehandelte Bekleidung verkauft. Eigentlich wollte ich mir nur eine schöne, weich fließende Trainingshose für das Hooping kaufen, als mein Blick an einem Kleid hängen blieb. Der Blick ins Innere offenbarte leider: „Größe S“.
Schade. Etwas zu klein für mich.
Aber als ich das Kleid so in der Hand hielt flüsterte es mir zu: „Probier mich! Zieh mich an!“.

Royalblau

RoyalblauGesagt. Getan. Und *peng* da war es wieder: ich stand vor dem Spiegel und verliebte mich in mich und das Kleid. Ich fühlte mich wie eine Göttin.  Dieses Kleid war wie für mich gemacht. Sicherlich war es falsch ausgezeichnet gewesen um für mich auf dem Ständer hängen zu bleiben.

Glücklich bezahlte ich und behielt das Kleid gleich an. Könnt ihr euch denken, wie der Weg zur Arbeit verlief?

Ich konnte es nicht fassen: die Menschen spürten genau das, was ich im Spiegel gesehen hatte. Sie schauten mich an, viele lächelten. Ich schmiss meine langen Haare nach hinten und hatte das Gefühl, vor Glück beinah zu platzen. Und gerne wollte ich alle, denen ich begegnete, an meinem Glück teilhaben lassen. Ich lächelte selig in die Welt.

Die Einladung

Und dann geschah etwas, was sicherlich im Leben nicht all zu oft vorkommt. Ein Mann (in meinem Alter) sprach mich an. Er wirkte sehr nett und keineswegs aufdringlich. Er habe mich gesehen und sich überlegt, die hübsche Frau auf einen Kaffee einzuladen. Ob ich Zeit hätte. Ich lehnte aus Reflex ab, mit dem Hinweis, ich müsse zurück zur Arbeit (was ja auch keine Lüge war).

Dann sah ich ihn mir genauer an und bemerkte, dass er genau das aufgefangen hatte, was ich ausgestrahlt hatte. Glück, Freude, Lebenslust. Er meinte dann, ich hätte ja wahrscheinlich sowieso nein gesagt, auch wenn ich nicht arbeiten müsse.

Im ersten Augenblick wiegelte ich ab. Aber dann gab ihm recht. Ich hätte (auch wenn ich nicht zurück gemusst hätte) abgelehnt. Aber, und das sagte ich ihm dann auch, ich fand es unheimlich mutig von ihm, mich anzusprechen und mir solch einen Vorschlag zu machen. „Sie haben mir mit Ihrer Einladung den Tag versüßt. Vielen herzlichen Dank!“ gab ich ihm dann noch mit auf dem Weg, bevor ich mich mit wehenden Haaren zurück auf den Weg zur Arbeit machte.

Ich wünsche mir, dass er die Absage nicht persönlich nimmt. Lieber Unbekannter (falls du das liest): „Danke. Danke für deinen Mut und dein Kompliment. Es war für mich ein wundervolles Erlebnis. Du warst der schönere Spiegel des Tages.“

Vergiss das Lächeln nicht

Öfter lächeln
Öfter lächeln

Es gibt ein kleines Geheimnis, wie man sich selbst (und andere) ohne großen Aufwand ein klein wenig glücklicher machen kann. Die Lösung lautet:
öfter lächeln🙂

Wir haben häufig die Tendenz, uns in den täglichen Aufgaben zu verlieren. Oft muss man sich dann auch noch sehr konzentrieren und prompt ist es weg, das Lächeln.

Dabei gibt es in jedem Moment ein Quentchen Glück. Etwas zum Lächeln. Das heißt natürlich jetzt nicht zwangsläufig, dass wir jede Sekunde des Tages lächeln sollten. Auch Gefühle wie Trauer, Ärger, Wut haben ihre Daseinsberechtigung. Und den ganzen Tag lächeln wäre auch ziemlich anstrengend. Aber in viele unangenehme Situationen können wir ein bisschen Heiterkeit hineinbringen.

Wir sollten uns nur daran zu erinnern, öfter mal zu lächeln.

Versuch doch einfach jetzt (ja, genau jetzt, während du diesen Post liest) zu lächeln.
Vielleicht erst mal innerlich. Spür’ das Gefühl, wie es ist. Die Mundwinkel kitzeln, sie wollen nach oben …  Es prickelt … Bis in die Ohren. Spür das Lächeln in dir.
Und dann: lass es raus. Die Mundwinkel dürfen jetzt nach oben. Die Augen dürfen strahlen. Die Wangen heben sich.
Ist das nicht wundervoll?

Vielleicht brauchst du ja am Anfang auch einen Grund, um zu lächeln? Hier ein paar Vorschläge:

  •     du hast jemanden, der dich liebt
  •     du kannst die Sonne sehen
  •     du hast einen Job
  •     du trinkst gleich eine heiße Tasse Kaffee
  •     heute Abend wirst du deine Kinder umarmen
  •     du bist gesund
  •     jemand hat dir vor kurzem ein schönes Kompliment gemacht
  •     du hast deinen Regenschirm dabei (und es regnet gerade)
  •     …

Das Geheimnis liegt im Hier und Jetzt

Du kannst diese Liste beliebig ergänzen. Wenn du dich umschaust, wirst du diese Glücksmomente in fast jeder Situation finden. Wenn du mit deinen Gedanken genau im Jetzt bist (nicht in der Vergangenheit und auch nicht in der Zukunft) kannst du die Magie des Augenblicks wahrnehmen. Und du kannst lächeln.

Und weshalb machst du auch andere damit ein bisschen glücklicher? Stell dir vor, du sitzt in der Bahn und dein Gegenüber hat ein Lächeln im Gesicht. Stell dir vor, in einer Konferenz schmunzelt jemand. Stell dir vor, die Verkäuferin denkt gerade verliebt an ihren Freund, während sie dir das Wechselgeld zurück gibt.
Du siehst dieses Lächeln, und obwohl es (meist) gar nicht dir gilt, wirst du es dennoch so wahrnehmen und es macht dich glücklicher. Ein kleines bisschen.

Ich lächel dir zu und wünsche dir einen schönen Tag🙂

Ein Centchen Glück

Centstück auf dem Boden
Ein Centstück auf dem Boden. Hättest du es gesehen?

Indianergeld: so nannten wir als Kinder die rötlichen Münzen im Geldbeutel, die wir oft von den Erwachsenen geschenkt bekamen, weil sie im Geldbeutel störten. Ab und zu drückte uns daher – wenn wir Brötchen kaufen waren – beim Bäcker eine Kundin ihr Kleingeld in die Hand. Und was haben wir uns darüber gefreut. Zuhause kam alles in die Spardose und am Weltspartag wanderten wir stolz mit der schweren Dose zur Bank, um unser Geschenk beim Einzahlen auf unser Sparbuch zu bekommen. Oder, wenn wir selbst noch ein bisschen was im Geldbeutel hatten, wurde es in Esspapier oder Lutscher umgewandelt🙂

Diese Freude habe ich mir erhalten. Ich bücke mich heute noch, wenn ich im Zug oder auf der Straße Kleingeld liegen sehe. Und gut gelaunt stecke ich es in meine Jackentasche. Ich trage es ein paar Tage mit mir herum und immer, wenn ich in der Tasche darauf stoße, schleicht sich ein Lächeln in mein Gesicht🙂
Möchtest du wissen warum?
Nun, es ist die Vorfreude auf das Schenken. Ich komme täglich auf dem Weg zur Arbeit an einer Grundschule vorbei. Irgendwann kam mir die Idee, solch ein Cent-Stück über den Zaun auf den Schulhof zu werfen. Und ich stellte mir vor, wie sich ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge freuen würde, wenn die Münze ganz unerwartet auf dem Boden in der Sonne blitzt.

Seitdem werfe ich immer mal wieder eine Münze dorthin, wo die winzigen Fahrräder abgestellt werden. Dort, wo in der Pause lustig Ball gespielt wird. Oder ich lege es auf ein kleines Mäuerchen. Manchmal auch im Zug zwischen die Sitze. Und ich gebe zu: es macht total Spaß.

In diesem Augenblick fühle ich mich reich und großzügig, obwohl es ja in vielen Augen „nur“ Centstücke sind. Aber durch das Geben beschenke ich mich im Grund selbst: mit Glück. Denn ich fühle das Glück des zukünftigen Finders. Und kurzfristig bin ich wieder das kleine Mädchen, dass sich geliebt, beschenkt und vom Glück bedacht fühlt. Ein schönes Gefühl.