Von Perl – nach Trier – nach Rio

Spendenwanderung für Benachteiligte in Rio de Janeiro

Online-Spende auch über betterplace.org möglich

Die Autorin mit Wanderhut
Beim Wandern

Wer mich kennt oder meinen Blog verfolgt, weiß, dass das Wandern eine große Leidenschaft für mich ist. Es ist ein wundervoller Ausgleich zum täglichen Denken und Bürositzen. Denn: obwohl (oder vielleicht sogar weil) das Wandern meinem Körper Bewegung bietet, kommt mein Geist zur Ruhe. Und zur Klarheit. Eine ideale Bedingung, um kreativen Gedanken Platz zu schaffen, die ganz plötzlich auftauchen können. So wie die, eine Spendenwanderung zu machen.

Im Sommer 2016 finden in Rio die Olympischen und Paralympischen Spiele statt. Viele blicken leider nur auf die großen Stadien, auf den Wettkampf, auf die schönen Seiten der Stadt. Dabei hat Rio noch ein zweites Gesicht. Es gibt unzählige Armenviertel, die sogenannten Favelas. Die Menschen dort haben nur wenig Chance auf Bildung, auf gute Wohnbedingungen. Dort zu leben ist oft lebensgefährlich. Immer wieder werden unschuldige Menschen, auch Kinder, bei Schusswechseln zwischen Drogenbanden getötet. Es gibt nur unregelmäßig Strom, keine Müllabfuhr, keine Kinderbetreuung, keine Sportmöglichkeiten für die Jugendlichen.

Häuser am Hang, dicht gedrängt.
Unzählige Häuser, dicht an dicht: hier wohnen die Ärmsten in Rio.
Foto: BIP Trier

Ein großes Aktionsbündnis aus mehreren Spendenvereinigungen (z. B. Adveniat, BDKJ, DOSB, KAB, Kolpingwerk…) will den Blick auf diese Armut richten und mit Hilfe von Spenden für Bildung, Sportangebote und Sicherheit sorgen. Die Aktion ⇒Rio bewegt. Uns fordert Menschen weltweit dazu auf, ebenfalls sportlich tätig zu werden und damit Geld für soziale ⇒Projekte zu sammeln. So kam ich auf die Idee, meine Wanderleidenschaft mit diesem guten Zweck zu verbinden.

Meine Spendenwanderung

Logo der Aktion. Mit Text "Rio bewegt uns. Mehr als nur dabei sein."Ende Mai wandere ich auf dem Saar-Hunsrück-Steig. Auf meinem Plan steht die Strecke „Perl – Trier“. Insgesamt werde ich 8 Tage unterwegs sein, geschätzte 144 km. Meine Idee: Wenn nun einige Menschen pro Kilometer ein paar Cent spenden würden, könnte ich das Wandern mit diesem guten Zweck, mit Herz füllen. Und das „erwanderte“ Geld macht sich dann im Anschluss auf den Weg nach Rio. Damit Initiativen gegen Armut und Projekte für Bildung und Familienhilfe gefördert werden.

Ich wandere – du spendest

Kinder sitzen mit einer Erzieherin auf dem Boden.
Kinder des Armenviertels Vidigal werden im Kindergarten betreut, damit sie gut versorgt sind und ihre Mütter Geld verdienen können. Fotograf: Martin Steffen

Wenn dir diese Idee gefällt, und du mich motivieren und die Menschen in Rio finanziell unterstützen möchtest, würde ich mich sehr freuen, wenn du mir vor der Tour signalisieren könntest, wieviel du zu spenden bereit wärst, z. B. könntest du pro gewanderten KM 10 Cent spenden. Das würde dich am Ende nur ca. 14 Euro kosten. Oder du spendest einen Festpreis. Sicher ist: alles geht zu 100% an die Aktion „Rio bewegt. Uns“.
Im Gegenzug biete ich dann an (vorausgesetzt, ich habe abends Internet) jedem, der möchte und mir seine Mailadresse gibt, eine kurze Erfolgsmeldung mit zwei/drei Fotos des jeweiligen Tages zuzumailen. Als Nachweis sozusagen, dass ich erfolgreich unterwegs war. Ich werde Bilder und Erfolgsmeldung natürlich auch auf Twitter unter #WandernfuerRio veröffentlichen.

Kontakt

Falls du also die benachteiligten Menschen in Rio mit Hilfe meiner Spendenwanderung unterstützen möchtest, kannst du online über betterplace.org zu spenden, mich über Mail (Stichwort Rio) kontaktieren oder natürlich einen Kommentar unter diesem Beitrag abgeben. Und wer mich persönlich trifft, kann sich auch gerne in meine Spendenliste eintragen. Damit die Armen  menschenwürdigen Bedingungen haben können und Kinder eine Zukunft.

Zum Nachhören: Christina Weise (von der Aktion Rio bewegt uns) erzählt über das Projekt:

Wertstofftonne – Briefe an Gott

Mülleimer mit Beschriftung "Briefe an Gott"
Briefe an Gott?!

Zweimal täglich gehe ich zu Fuß eine kleine, überschaubare Strecke zwischen meinem Parkplatz und meiner Arbeit. Dabei komme ich auch an einem Mülleimer vorbei. Bisher war er mir nicht sehr ins Auge gefallen – es sind mehrere Abfalleimer auf der Strecke. Und wenn ich nicht gerade etwas wegwerfen möchte, nehme ich die Müllkübel natürlich nicht wahr. Bis letzte Woche. Beim Vorbeischlendern am Nachmittag entdeckte ich den folgenden Aufdruck:

Briefe an Gott - Beschriftung auf einem Mülleimer
Briefe an Gott

Mein erster Gedanke war: „Unverschämtheit! Wie kann man nur?“ Ich hielt tatsächlich kurz im Schritt inne – aber weil so viele Menschen an der Bushaltestelle standen, ging ich einfach weiter. Hatte ich richtig gelesen? Wie kann man nur so etwas auf einen Mülleimer schreiben? Sozusagen: „Schmeiß alles rein, ist sowieso für die Katz!?“

Bereits nach weiteren Schritten schlich sich jedoch ein Lächeln auf meine Lippen. Wie kreativ, dachte ich nur. Da hat sich jemand richtig viel Mühe gemacht. Schade, dass derjenige kein Gottvertrauen hat. Aber jeder wie er will. Wenn es ihm Spaß macht …

Doch je näher ich meinem Auto kam, desto bewusster wurde mir: Da hat einer unbewusst die Kernbotschaft Gottes erkannt. Heißt es nicht in der Bibel: „Kommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken!“ (Matthäus 11:28)? Bietet uns Gott nicht täglich immer wieder an, dass wir unseren ganzen Gedankenmüll, unsere Sorgen, unseren Kummer bei ihm abladen können? Nichts ist ihm zu schmutzig, zu wertlos. Er nimmt sich aller Sorgen und Nöte an und hört zu. Gott ist sozusagen unser Kummerkasten, unser Mülleimer, unsere Wertstofftonne. Ich muss mich nicht schämen, für das, was ich dort hinein gebe. Alles wird ohne Widerspruch angenommen und entsorgt.

Kummerpäckchen

In einer Zeitschrift habe ich einmal den Tipp gelesen, dass man seinen Kummer, seine Sorgen einfach an das Universum (Gott) abgeben könne. Man stelle sich einfach vor, wir man all das, was einen belastet, in ein Päckchen packt, fest verschnürt und es dann „abgibt“ – verbunden mit dem beruhigenden Gefühl: „So, das bin ich jetzt los. Jetzt darf sich ein anderer darum kümmern.“

Es gibt sicherlich psychologische Untersuchungen, dass dieser Trick gar nicht so schlecht ist. Denn er befreit. Während man sonst Ärger, Kummer und Sorgen tagtäglich mit sich herum schleppt, fühlt es sich leichter, befreiter an, wenn man diese einfach „abgibt“.

Ich nehme mir also vor, unbequeme Gedanken, Sorgen und Kummer ab sofort in mein virtuelles Päckchen zu packen und nach Feierabend auf dem Weg zum Auto einfach in diesem wunderbaren Mülleimer zu entsorgen.

Also, lasst uns die Mülleimer dieser Welt mit dieser Botschaft bekleben! Auf dass ein jeder auf seinem Lebensweg einen solchen Mülleimer hat, um seinen Kummer loszuwerden.

Weg mit dem Muttizettel

Gut gelauntes Baby
Gut gelaunt

Heute ist es soweit. Das jüngste meiner zwei Kinder wird 18 Jahre alt.  „Fucking unfassbar“ würde Rea Garvey sagen. Ich muss schlucken vor Rührung. Und bin gleichzeitig stolz.

Vor 18 Jahren kamst du, lieber J., als mein zweites Kind zur Welt. Du warst von Anfang an ein „Strahlemann“. Stets gut gelaunt, lächeltest du schon aus dem Kinderwagen jeden Menschen an. Deinem Lächeln konnte damals niemand widerstehen. Und durch dich durfte ich erleben, wie schön es ist, zu knuddeln und zu herzen. Du warst mein Knuddelkind. Es war soooo schön.

Du warst selten aus der Ruhe zu bringen. Solltest du beim Krabbeln oder Laufen mal irgendwo angestoßen sein, fiel dein Blick kurz auf uns und weiter gings. So gut wie nie Tränen. „Der Volvo unter den Kindern“, so nannte dich deshalb dein Opa. Unkaputtbar sozusagen. Krankheiten kanntest du nicht, abgesehen von Windpocken.

Ob es an deinem Sternzeichen liegt oder nicht: Von Anfang an hattest du einen dicken Kopf. Du wusstest schon sehr früh, was du wolltest – bzw. vor allem, was du nicht wolltest. Kein Unterhemd! Kein Käse! Nix Neues probieren. Da half kein Betteln, Bestechen, Drohen. Du warst selten von etwas anderem zu überzeugen.

Meine Vorstellung, Mädchen wären in Kleiderfragen komplizierter, warfst du eindeutig über den Haufen. Keiner wusste so genau, was er anziehen will und was nicht, wie du. Du hattest das Glück, in mir eine sehr tolerante Mutter zu haben, die dir sehr früh die Entscheidung bezüglich Klamotten und Essen übertragen hat – und ich finde, wir sind sehr gut damit gefahren. Du wirst dich Z.B. sicherlich auch in Zukunft an das morgendliche Frage- und Antwortspiel erinnern. „Soll ich eine Jacke anziehen?“ – „Ich finde es kalt und würde eine anziehen, aber wie ich dich kenne, brauchst du keine.“🙂 Genau so war es dann auch. Ich zog mit dicker Jacke los, während du lediglich im Pulli (und ohne anschließende Erkältung) durch die Gegend liefst.

Wie auch deine Schwester, musstest du sehr früh schon eine Brille tragen. Dieser Umstand führte wohl dazu, dass ich heute bei jedem kleinen Jungen mit Brille, der mir über den Weg läuft, ein Sehnen in meiner Brust verspüre. Nach euch als kleine Kinder, eurer Unbeschwertheit, eurer Kindheit. Es ist schon soo lange her.

Wann war der Wechsel, dass deine Pullis, Strümpfe, Unterwäsche nicht mehr die kleinsten waren? Du bist inzwischen größer als ich, fährst Motorrad und hast gestern das erste mal gewählt. Heute musst du nicht mich fragen, um an irgendetwas dran zu kommen, sondern ich frage dich, ob du mir von oben etwas herunter reichen kannst.

Die letzte Unterschrift auf dem Muttizettel ist geschrieben. Ab sofort kannst du endlos in die Disco gehen, ohne dass der Muttizettel dir die Erlaubnis gibt, nach 0:00 Uhr weiter zu feiern. Wie gut, dass ich mich auch weiterhin auf dich verlassen kann.

Noch gehst du zur Schule und wirst eine Zeitlang bei uns wohnen. Wohin dein Weg dich führen wird, weißt du noch nicht – aber sicherlich irgendwann weg von zu Hause. Deshalb genieße ich es jetzt noch, dich um mich zu haben, auch wenn solche Momente – zugegebenermaßen – inzwischen selten sind. 18jährige verbringen halt nicht viel Zeit mit ihren Eltern🙂

Von Herzen gratuliere ich dir zur Volljährigkeit mein Sohn. Mögest du dein sonniges Wesen immer bewahren.