Der Muße eine Chance geben oder „Das Adventsstündchen“

Weihnachtlich dekorierte Fensterbank
Zeit der beschaulichen Lichter

Es waren magische Momente. Jedes Jahr an den Adventsonntagen gab es bei uns zuhause das „Adventsstündchen“. In der weihnachtlich dekorierten Wohnung fand sich unsere Familie am Esstisch ein. Außer Kerzen und dem weihnachtlich geschmückten Fenster brannte kein Licht. Auf dem Tisch stand eine Schale, bis zum Rand gefüllt mit Nüssen, Organgen, Mandarinen. Keine Lebkuchen, keine Plätzchen, keine Schokolade – die gab es erst an Weihnachten.
Es war eine geheimnisvolle Stunde. Draußen fing es an zu dämmern und es war kalt, während meine Schwester und ich von innen gewärmt wurden. Wir sangen Weihnachtslieder und meine Mutter las uns Geschichten vor. Die Kerzen auf dem Adventskranz brannten und zeigten uns an, wie lange wir noch bis Weihnachten warten mussten. Hinter uns das dunkle Zimmer, vor uns die warm leuchtenden Kerzen, neben uns unsere Eltern.
Wir waren glücklich. Wir knackten Nüsse, spritzen mit Orangenschalen umher und sangen fröhlich „Wir sagen euch an, den lieben Advent.“

Heute wünsche ich mich – vorallem in der Adventszeit – manchmal in diese wundervolle Stunde zurück. Damals gab es keine CDs, keine Handys, der Fernseher hätte nur ein Standbild geliefert. Wir hatten uns und unsere adventliche Erwartung. Das genügte vollkommen.
Und heute? Wieso ist die „stille Zeit“ einer solch hektischen Zeit gewichen? Wieso bedeutet für die meisten Menschen die Vorweihnachtszeit mehr Stress, als in der restlichen Jahreszeit? Wo bleibt unsere Muße? Wo bleibt die Stille?

Der Muße ein Zuhause geben

Leider sind meine Kinder inzwischen so alt, dass ich kein Adventsstündchen einführen könnte (fragt nicht, wieso ich es nicht gemacht habe, als sie noch klein waren, ich weiß es nicht). Also bleibt mir nur, für mich selbst solch eine Mußestunde einzuflechten. Als Hilfsmittel habe ich mir den „Digital Sabbat“ gewählt, mit dem ich letzte Woche angefangen habe. Immer freitags ab 18 Uhr lasse ich alle ditigalen Geräte (Handy, Tablet, PC, Fernseher) links liegen. Für 24 Stunden gibt es dann nur noch mich und das Wochenende.
Die Kerzen auf dem Adventskranz brennen, ich krame die Weihnachtsmusik hervor und versuche, mein Leben zu entschleunigen.
Nicht, dass ich 24 Stunden nur auf der faulen Haut liege. Nein, es geht mir einfach darum, bei mir zu sein. Bei dem, was ich tue. Ich gebe der Stille, der Langsamkeit, der Muße ein Zuhause. In der Hoffnung, dass diese „Stündchen“ auf die restliche Vorweihnachtszeit abfärben. Noch bin ich optimistisch. An Weihnachten werde ich mehr wissen 🙂

Und wie läuft es bei euch? Könnt ihr euch frei machen vom Vorweihnachtsstress? Gönnt ihr euch Auszeiten? Welche Rituale habt ihr in der Vorweihnachtszeit? Ich freue mich auf Eure Kommentare und Erfahrungen.

Dies ist übrigens mein Beitrag zum Blog-Adventskalender von Thalestria

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3 Gedanken zu “Der Muße eine Chance geben oder „Das Adventsstündchen“

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