Digital Sabbat – 24 h Blackscreen

Adieu Handy, Laptop und Tablet
Adieu Handy, Laptop und Tablet

Seitdem ich in meiner 12-Wochen-Challenge feststellen musste, dass die schwierigste Woche die ohne Smartphone war, kribbelte irgend etwas in mir. So ganz ohne will (und kann) ich nicht sein. Zumindest derzeit nicht. Aber es ärgert mich. Es ging doch auch früher ohne?!
Wie es der Zufall will (falls man daran glaubt), verschlug es letzte Woche in meine Timeline einen Artikel über den Tech Shabbat von Business for Pussies. Katja trennt sich jeden Freitag nach Sonnenuntergang von ihrem iPhone, Computer, TV etc. Für 24 Stunden ist sie, wie sie schreibt, „sozialmedial abgekoppelt“.

Mein allererster Gedanke war: prima Idee.
Dieser Begeisterung warf mein Hirn jedoch bereits nach Sekunden die ersten Ausreden in den Weg:

  • „Ausgerechnet den ganzen Samstag, wenn du Zeit dafür hast, kein Twitter, kein Facebook, kein Blog?“
  • „Und wenn du was aus Chefkoch kochen willst, kommst du nicht an das Rezept!“
  • „Und wenn die Kinder dich erreichen müssen?“

Diese Liste wäre noch länger geworden, wenn ich nicht einfach spontan beschlossen hätte: ok, dann lasse ich es sein.

Aber es rumorte in mir. Bin ich wirklich inzwischen so abhängig von meinem Handy (Tablet/PC …), dass ich bei dem Gedanken, 24 Stunden ohne zu sein, kurz davor bin, in Panik zu geraten? Ganz ehrlich: das knabbert an meinem Stolz. Also begann ich zu googeln und mich einzulesen. Und mein Gefühl sagte mir: das macht Sinn. 24 Stunden die Monitore ausknipsen. Kein Facebook, kein Twitter, keine Mails. Kein Chefkoch, kein Fernseher, kein Youtube.
Das Leben entschleunigen, mehr Zeit für anderes. Mehr Zeit für mich.
So stelle ich es mir zumindest vor.

Los geht’s

Diesen Freitag geht es also los. Da ich mich mit der Definition „von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang“ etwas schwer tue, beschließe ich einfach, dass es von Freitag 18 Uhr bis Samstag 18 Uhr gehen soll. Und zwar (hört, hört) bis Ostern! Das erscheint mir zwar ewig lang, aber um Gewohnheiten zu ändern, benötigt es einige Zeit. Da sind ein paar Samstage einfach zu wenig.

Wenn du Lust hast, dich mir anzuschließen (auch ruhig zu einem späteren Zeitpunkt), hier noch ein paar Tipps für die Vorbereitung:

  • Informiere deine Familie, Kollegen, Freunde darüber, dass du ab sofort von Freitag 18 Uhr bis Samstag 18 Uhr nicht über Handy, Mail etc. erreichbar bist. Es gibt noch das gute alte Telefon, falls etwas Dringendes ist.
  • Wenn möglich, richte einen Autoresponder ein, so dass niemand denkt, du würdest ihn ignorieren. Bei Whatsapp kannst du z.B. den Status ändern.
  • Gib deine digitalen Gerätschaften in treue Hände. In meinem Fall werde ich sie meinem Mann anvertrauen, damit ich nicht aus Gewohnheit nach ihnen greife. Derjenige kann auch (z. B. beim Handy) feststellen, wenn etwas ganz, ganz Wichtiges aufgelaufen ist.
  • Halte dich an einem Ort auf, wo möglichst wenig bis gar keine digitalen Geräte herumliegen. Das wird sich bei mir insofern schwierig gestalten, weil Mann und Sohn nicht mitmachen möchten und ich ihnen natürlich nicht 24 Stunden lang aus dem Weg gehen kann bzw. auch gar nicht möchte. Hier ist dann Stärke gefragt 🙂
  • Finde einen Partner. Eine Anfrage an meine Facebookfreunde brachte tatsächlich eine Partnerin zu Tage. Darüber freue ich mich sehr und bin gespannt auf unseren Austausch.
  • Halte schriftlich fest, wie du dich fühlst. Wenn du mit dem Digital Sabbat beginnst, nimm dir kurz Zeit und halte deine Gedanken fest. Du kannst auch immer mal zwischendurch in den 24 Stunden festhalten, wie du dich fühlst oder was du so denkst. Du hast ja jetzt Zeit, Tagebuch zu schreiben 🙂
  • Um dich selbst zu motivieren, erzähle möglichst vielen Menschen vor Beginn, was du vorhast. Das erhöht den Druck, auch wirklich zu beginnen. Dieser Beitrag ist sozusagen meine Internet-Annonce. Jetzt wisst ihr Bescheid (und ich kann nicht mehr zurück) 😀

Lust, mitzumachen? Dann freue mich mich auf einen Gedankenaustausch.
Du findest es Irrsinn? Willkommen im Club. Aber vielleicht habe ich dich zum Nachdenken gebracht.

Nachtrag: Und hier der Erfahrungsbericht.

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10 Gedanken zu “Digital Sabbat – 24 h Blackscreen

  1. Sehr mutige Herausforderung, der du dich stellst! Komisch, oder? Wo das vor paar Jahren noch völlig normal war, so bist du heute ein Tech-Rebell 😉 Ich wünsche viel Glück und hoffe auf einen Blogpost über die „Folgen“ !

  2. Eine sehr gute Idee! So eine Pause sollten wir wohl alle ab und an einmal einlegen … Bin auf Deinen Bericht gespannt!

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