8. Woche meiner Challenge – kein Smartphone

Burg Landshut bei Bernkastel
Burg Landshut bei Bernkastel in der Nacht, kurz vor dem Feuerwerk – wer möchte da nicht die Fotofunktion des Handys nutzen?

Um es gleich zu sagen: Diese Woche toppt alles und muss eigentlich die Überschrift tragen „gescheitert“ 🙂 Aber fangen wir mal mit den positiven Erfahrungen an.

Was problemlos ging

  • Zugfahrten ohne Handy. Ich kann mich locker mit der Landschaft oder meinen Mitreisen beschäftigen. Oder einfach nur dösen.
  • kein Twitter und Facebook wenn ich unterwegs bin: zuhause und im Büro habe ich ja meinen Laptop bzw. meinen Firmenrechner, um ab und zu reinzuschauen
  • Fernseh schauen, ohne Handy neben mir liegen zu haben (wie in guten alten Zeiten)

Woran ich jedoch scheiterte

Das Handy nur als Handy zu nutzen war ein anspruchsvolles Ziel – bei dem ich mit Glanz und Gloria untergegangen bin. Mein Handy ist gar kein Handy sondern eine eierlegende Wollmilchsau. Das war mir vorher so in dieser Deutlichkeit nicht klar. Und ich stelle fest: es ist für mich unverzichtbar. Was das Handy für mich ist:

  • Bahnauskunft: Ist mein Zug pünktlich? Nach jahrelangem Bahnfahren gehe ich nie zum Bahnhof, ohne vorher zu checken, ob der Zug pünktlich ist oder ausfällt. Diese Woche musste ich dann morgens extra immer den Rechner anmachen. Das kostet Zeit und nervt.
  • Wecker: Da ich diese Woche auf Fortbildung (mit Übernachtung) war, war das Handy gleichzeitig auch mein Wecker.
  • Fitnessgerät: Wer mich kennt, weiß, dass ich über runtastic meine Sportaktivitäten erfasse. Das habe ich auch diese Woche beim Walken genutzt. Situps und Kniebeugen wären normalerweise auch aufgezeichnet worden, aber da war ich diese Woche etwas faul 🙂
  • Gesundheitstrainer: Eine spezielle App fordert mich täglich auf, etwas für die Augengesundheit zu tun. Diese Übungen habe ich auch weiterhin gemacht.
  • Pulsmesser: Nach dem Training den Puls zu messen ist mit der App einfacher. Von Hand zu zählen ginge natürlich auch, aber mit Handy ist es einfacher.
  • Taschenlampe: Ich war am Spätnachmittag in in einer Kirche und wollte in einer dunklen Ecke eine Marienstatue genauer betrachten. Da kam mir die Taschenlampenfunktion sehr entgegen.
  • Kalender: Mit Entsetzen fiel mir direkt am Montag auf, dass sich mein Kalender (logischerweise) nicht aktuell ist, weil ich ja die Internetverbindung gekappt habe. Geht gar nicht.
  • Mailprogramm: Das war natürlich auch deaktiviert und dank Laptop kam ich dann auch an die Mails. Aber ein Griff zum Handy ist da normalerweise wesentlich einfacher und schneller.
  • Fotoapparat: Habe ich mir fünf Tage lang verkniffen –  und dann kam der Samstag mit einem wunderschönen Feuerwerk und ich mitten auf der Mosel in einem Schiff. Da konnte ich nicht anders.
  • Bildbearbeitung: Die entfiel dann natürlich auch. Nutze ich sonst aber sehr gerne.
  • Wettervorhersage: Muss ich den Schirm einpacken? Kann ich noch in den Wald gehen oder zieht ein Regengebiet heran? Habe ich mir diese Woche verkniffen, aber ich hätte gerne ….
  • Notizbuch: Da ich an einem fremden Rechner arbeitete, war mein WordPress-Kennwort natürlich nicht gespeichert. Zum Glück konnte ich auf meine Notizen zurückgreifen.
  • Musikgerät: Am Montagabend startete ein neuer Hulahoop-Kurs und da muss natürlich Musik laufen. Also Handy an den Lautsprecher angeschlossen und schon am ersten Tag den Vorsatz gebrochen.
  • Landkarte: Nach dem Abendessen bei der Schulung bin ich in fremder Gegend spazieren gegangen – und dann konnte ich die Kartenfunktion des Handys leider nicht nutzen, um einen schönen Wanderweg herauszusuchen.
  • Kochbuch: Ich hatte mir verschiedene Rezepte rausgesucht, die ich dann natürlich beim Kochen aufrufen musste. In der Regel koche ich mit Handy – und nur wenn sich das Rezept als tauglich erweist, wird es auch ausgedruckt.
  • Beziehungspflege: Ich vermisste die Herzchen in Whatsapp. Sonst habe ich tagsüber öfter Kontakt mit meinem Mann:  Wir tauschen Informationen, Fotos oder Liebesgrüße aus. Das fehlte mir. Und Mail bzw. Telefon ist irgendwie anders.
  • Fernsehen: Ich schaue normalerweise ab und zu bei Youtube vorbei, um neue Hooptricks zu finden. Das ging diese Woche nicht.
  • Videokamera: Ich erstelle regelmäßig Hulahoop-Tutorials, die ich auf youtube veröffentliche. Das war diese Woche dann natürlich auch nicht drin.
  • Mutterfunktion: Mir fehlte tagsüber den Kontakt zu meinen Kindern. Zwar nutzten sie das ein oder andere Mal die Mail über Facebook (die ich dann am Laptop abrufen konnte), aber die kurzen Zwischenmeldungen wie sonst üblich gab es nicht. Und auch ich konnte nicht nachfragen, loben oder Arbeitsaufträge erteilen.
  • Kaffeeklatsch: Auch der Kontakt zur besten Freundin (sonst meist über Whatsapp) war eingeschränkt.

Tagsüber hatte ich das Handy übrigens – wie immer – auf der Arbeit neben mir liegen und fragte mich abends: warum überhaupt? Es kamen keine Mails, keine Whatsapp-Nachrichten rein. Twitter und Facebook schwiegen auch. Und kein Schwein rief mich an. Ich stelle fest, dass der Handyakku mehrere Tage hält. Unfassbar 🙂

Fazit

Es geht nicht ohne. Zumindest nicht für mich. Es hat sich in mein Alltagsleben eingeschlichen und fest verankert.

Ausblick

Die kommende Woche hätte eigentlich das Motto „Morgens und abends kein PC“. Die Erfahrung in dieser Woche lehrt mich jedoch: das wird nicht funktionieren. Aus den oben genannten Gründen werde ich morgens und abends mein Handy zücken (das ja gleichbedeutend mit einem PC ist). Ich ändere kurzerhand die Challenge: Ab morgen kein Radio. Ich bin jemand, der ganz gerne das Radio dudeln hat: im Bad, beim Kochen, auf der Arbeit. Werde also eine Woche lang testen, ob ich die Stille aushalten kann.

Und das ist meine 12-Wochen-Challenge:

Woche 1: kein Fleisch und keine Wurst √
Woche 2: Kein Kaffee √
Woche 3: Kein Twitter √
Woche 4: Kein Alkohol √
Woche 5: Keine Süßigkeiten √
Woche 6: Kein Twitter und kein Facebook √
Woche 7: Kein Fernehen √
Woche 8: Kein Smartphone √

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