5. Woche meiner Challenge – keine Süßigkeiten

Obst und Dinkelgebäck
Sieht doch nicht schlecht aus, oder? 🙂

Eine Erkenntnis habe ich nach vier Wochen bereits gewonnen: wie schnell geht eine Woche rum. Egal auf was ich bisher verzichtet habe: die Zeit war ruckzuck um und das nächste Projekt stand an. Das tröstet zum einen, weil – egal welchen Verzicht, Kummer oder Sorge man hat – es ist schneller vorbei als man denkt. Zum anderen erschreckt es mich aber auch, weil genauso ruck-zuck wie eine Woche um ist, ist dann auch das Leben um. Aber das liest man ja immer wieder, das selbst Menschen jenseits der 90, die im Sterbebett liegen, dennoch sagen „Was? Jetzt schon?“
Eine Bestätigung für mich, mein Leben bewusster zu leben – z. B. durch gelegentlichen Verzicht oder durch täglichen Genuss.

Zurück zu meiner Challenge. Vor der süßigkeitenfreien Woche habe ich ganz schön Respekt. Irgendwie kann ich mir einen Tag ohne Süßigkeiten nicht vorstellen. Um Klarheit zu haben, muss ich erst mal festlegen, was alles dazu gehört:

Verboten:

  • Süßigkeiten aller Art
  • Kuchen, Teilchen
  • Schokostreusel oder Eßzet-Schnitte aufs Brot
  • Eis

Erlaubt sind:

  • Müsliriegel
  • Marmelade

Auch in dieser Woche werde ich wieder überrascht: Es geht viel einfacher, als ich dachte. Zum Glück haben wir auch rein gar nichts mehr im Haus, so dass mein Mann mir abends nicht die Nase lang machen kann. Vielleicht sollten wir das beibehalten. Würde uns beiden figurmäßig gut tun 🙂

Auch Eis ist nicht das Problem. Als ich Erdbeeren als Nachtisch serviere, nimmt mein Mann sich Eis dazu während ich mit meinem Naturjoghurt zusammen mit den Erdbeeren wirklich glücklich bin. Keinerlei Neidgefühl.

Kuchen?

Dann kommt der Mittwoch. Wir melden uns bei Schwiegermutter zu Besuch an und sie erteilt uns den Auftrag, 6 Stücke Kuchen unterwegs zu kaufen. Mein Argument: ich dürfe diese Woche keinen Kuchen essen, zählt nicht. „Kuchen ist keine Süßigkeit“, so die einhellige Meinung. Gerne lasse ich mich überzeugen.
Da bei ihr im Ort ein Bäcker ist, wollen wir den Kuchen erst kurz vorher kaufen, damit er uns im Auto nicht verdirbt. Um 15:57 Uhr fahren wir vor das Geschäft. Und ein Blick durch die Glasenscheiben zeigt: ALLES LEER. Der weitere Blick auf die Öffnungszeiten offenbart: bis 16 Uhr offen.
Ich fasse es nicht. Da hat mir das Schicksal doch einen unterstützenden Streich gespielt – und Schwiegermama serviert statt Kuchen Brot mit Wurst, Käse und Marmelade. Bingo! Ich komme also nicht in Versuchung.

Donnerstag

Ich packe meine Koffer für die German-Hoop-Convention in Hannover. Wir übernachten im Hotel, bekommen also Frühstück. Für Mittag- und Abendessen ist auch gesorgt. Jede Teilnehmerin muss sich nur Getränke und Zwischenknabberzeugs mitbringen.

Und da ist es: das Problem. Normalerweise hätte ich jetzt zu Keksen, Lakritze und ähnlichem gegriffen. Doch da muss ich jetzt durch.
Ich stehe vor den Regalen und entscheide mich dann für (herzhafte) Dinkelcräcker und -waffeln, Bananchips, Nusskernmischung, Obst und Haselnussriegel. (Anhand der Menge könnt ihr schon erkennen, dass ich befrüchte, zu verhungern *g*). Es ist allerdings gar nicht einfach, so durch einen Supermarkt zu schlendern und nichts von dem ganzen Süßkram kaufen zu dürfen – noch dazu, wenn man hungrig ist. Wie viele Regale doch mit den verführerischsten Sachen gefüllt sind! Ich sabbere fast sichtbar vor mich hin 🙂

So, die Koffer sind gepackt und auf geht es nach Hannover. Und fast hätte ich es mir gedacht: ich brauche nix von meinem gekauften Zeug. Lediglich zwei Bananen werden vernascht. Die GHC ist so anstrengend, dass ich gar nicht zum Knabbern komme. Mittags und abends gibt es veganes Essen und ich bin pappsatt.

Oh weh

Und dann kommt der Samstagabend. Frisch geduscht und aufgehübscht mache ich mich zusammen mit weiteren Hoopern vom Hotel aus auf den Weg zur großen Galashow – vorbei am Empfang. Und da passiert es. Ganz unbewusst. Alle greifen in die Dose mit Schokoladenstücken. Ich auch. Ein winziges kleines Stück. Wie alle anderen packe ich direkt aus und genieße – ohne an meine süßigkeitenfreie Woche im Bett zu liegen.

Erst nachts im Bett, als ich den Tag gedanklich nochmal durchgehe, bemerke ich meinen Fehler. Wie ärgerlich. Eine unbewusste Handlung – und das auch noch kurz vor Ende der erfolgreichen Woche – und schon ist das ursprüngliche Ziel nicht erreicht. Wie schade.

Die restliche Zeit überstehe ich dann zum Glück noch prima. Denn auch der Sonntag ist voll bepackt mit Workshops, so dass an Zwischendurchsnacks gar nicht zu denken ist.

Der erste Kuchen

Beim Abschied heute im Hotel durfte ich dann zugeifen. Drei Schokoladentäfelchen habe ich eingepackt – und sie liegen immer noch in meiner Handtasche. Es ist eigenartig, wenn ich nicht darf, habe ich Lust auf etwas und wenn ich dann darf, ist es ganz schnell mit der Lust vorbei. Kurz bevor wir zuhause sind, fahren wir noch an der Bäckerei vorbei und kaufen einen Nusszopf. Früher hätte ich locker zwei Scheiben davon essen können – heute habe ich nach einer Scheibe genug. Und als ich dann eine Stunde später zwei Stücke Lakritze esse bin ich – wie beim ersten Kaffee nach einer Woche – enttäuscht. Es schmeckt ganz anders als erwartet. Interessant, wie schnell man sich von etwas „entwöhnen“ kann.

Woche 6 hat ja heute morgen begonnen. D.h. Verzicht auf Facebook und Twitter. Ich kann also diesen Bericht nicht per Twitter verbreiten. Wer dies tun möchte: ich freue mich darüber 🙂

 

Und das ist meine 12-Wochen-Challenge:

Woche 1: kein Fleisch und keine Wurst √
Woche 2: Kein Kaffee √
Woche 3: Kein Twitter √
Woche 4: Kein Alkohol √
Woche 5: Keine Süßgigkeiten √

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