3. Woche meiner Challenge – kein Twitter

Twitter-Icon auf dem Handydisplay
Auf die letzte Handy-Seite verbannt: das Twitter-Icon

Die erste Woche ohne Fleisch ist rum, die zweite ohne Kaffee ebenfalls. Heute morgen dann (nach einer Woche Kaffeeverzicht) die erste Tasse Kaffee. Hmmm, riecht schon mal gut. Und dann die Enttäuschung: er schmeckt nicht!?
Er ist bitter. Was für eine Enttäuschung. In der einen Woche ohne hatte ich mir den Kaffee entweder ziemlich idealisiert oder sogar zum Teil abgewöhnt, muss ich feststellen. Hat Kaffee schon immer so geschmeckt? Das hatte ich ganz anders in Erinnerung

Aber ich schweife ab, es geht ja um Twitter

Vorbereitungen

Nachdem der letzte Abend mit einer netten Plauderrunde in Twitter endete, habe ich ein paar Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

  • In Twitter habe ich meine Bio um den Hinweis ergänzt, dass ich bis 29. offline bin. Nicht, dass sich meine Twitterfreunde Sorgen machen.
  • Dann habe ich auf dem Handy das Twittericon gaaaanz nach hinten auf die letzte Seite geschoben.
  • Ebenso in der Schnellauswahl meines Browsers einfach gelöscht.

Sicher ist sicher. Ich kann nicht ausschließen, dass ich versehentlich draufklicke bzw. mich irritiert die leuchtende (1) der Twitterapp auf dem Handy. Denn ich bin doch sooo neugierig 🙂

Und so war es

Am ersten Tag schicke ich meinem Mann über Whatsapp drei/vier Meldungen – und bekomme prompt Antwort. Ist ja fast wie Twitter 🙂 Die Mittagspause alleine und dann ohne Twitter verbringen ist doof. Hier vermisse ich Twitter schon arg.

Am zweiten Tag lässt mein Mitteilungsdrang schon nach. Aber ich merke: ich denke immer noch in Twittersprache. Ihr kennt das? Man sieht/ hört/ erlebt etwas und versucht es im Kopf in 140 Zeichen zu pressen 🙂
Abends meldet sich zu meiner Freude Plabberpapp (mein bester Twitterfreund) über Facebook und schickt mir einfach mal nette Grüße. Hach.

Es fällt mir auf, dass ich viel weniger Essen fotografiere (wozu auch?) *g*  Und erschreckenderweise merke ich, dass ich anfange, Facebook als „Ersatz“ zu nutzen. Weniger für die Kommunikation als für den Zeitvertreib. Das ist nun nicht im Sinne des Erfinders bzw. des Experiments. Ich beschließe, die Facebook-freie Woche (Woche 5) kurzerhand als Social-Media-freie Woche (also kein Facebook, kein Twitter, kein youtube) zu deklarieren.

Mir fällt aber auch auf, wie mir Twitter bezüglich aktueller Nachrichten fehlt. Sei es, ob es darum geht, wie die deutsche Fußballnationalmannschaft in Schweden gespielt hat, wie der royale Nachwuchs in Großbritannien heißt oder nachzufragen, was man am besten gegen Mückenstiche macht. Ich greife auf die gute alte Methode „googlen“ zurück.

Am meisten aber vermisse ich die netten Kontakte auf Twitter. Die Menschen dahinter. Das, was Twitter ausmacht. Was mich zum Lachen bringt, zum Weinen, zum Mitfiebern oder zum Nachdenken. Twitter ist genau das Gegenteil einer virtuellen Welt, Twitter ist echtes Leben.

Zeit im Innen und Außen

Auffallend ist: Twitter schluckt viel Zeit. Das wird mir in dieser Woche bewusster. Ich denke, ich sollte genau beobachten, ob ich zuviel im Außen, sprich: auf Twitter bin. Denn wenn ich bei Twitter bin, bin ich nicht bei mir. Das hat zwar auch Vorteile und schöne Seiten, aber auch nicht wenige Nachteile. Wenn ich twittere passiert folgendes: Ich trinke und esse nicht bewusst („Was? die Tasse ist schon leer?“). Ich fühle mich selbst weniger (nach Twitterende: „ups, meine Augen sind ziemlich angestrengt und müde, ist mir vorher gar nicht aufgefallen“). Ich sitze zwar im Raum (Zug, Küche, Garten) – bin aber nicht wirklich anwesend. Das lässt mich aufhorchen und ich nehme mir vor, Twitter bewusster zu genießen.

Es ist wohl so, dass nur Twitterer das alles nachvollziehen können. Wenn ich Menschen von meiner Challenge berichte und erzähle, dass ich diese Woche „twitterfrei“ bin, ernte ich meistens Gelächter und Unverständnis.

Aber ihr, liebe Twitterer, ihr versteht mich, oder? Wie geht es euch denn so mit eurem Twitterkonsum?

 

Und das ist meine 12-Wochen-Challenge:

Woche 1: kein Fleisch und keine Wurst √
Woche 2: Kein Kaffee √
Woche 3: Kein Twitter √

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3 Gedanken zu “3. Woche meiner Challenge – kein Twitter

  1. „Heute morgen dann (nach einer Woche Kaffeeverzicht) die erste Tasse Kaffee. Hmmm, riecht schon mal gut. Und dann die Enttäuschung: er schmeckt nicht!?
    Er ist bitter. Was für eine Enttäuschung. In der einen Woche ohne hatte ich mir den Kaffee entweder ziemlich idealisiert oder sogar zum Teil abgewöhnt, muss ich feststellen. Hat Kaffee schon immer so geschmeckt? Das hatte ich ganz anders in Erinnerung.“

    Das kenne ich! Geht mir regelmäßig nach der Fastenzeit so, mit meinem Lieblingswein, den ich gerne zum Feierabend trinke. Nach acht Wochen ohne Alkohol muss ich mir den regelrecht wieder antrainieren, damit er schmeckt. Alles Gewohnheit anscheinend.

    LG Sabine

  2. „Ihr kennt das? Man sieht/ hört/ erlebt etwas und versucht es im Kopf in 140 Zeichen zu pressen“

    Haha, genial! Ich finde solche Experiemente auch extrem erleuchtend. Schließlich wird uns so doch erst bewusst, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit wir Dingen schenken, die uns alltäglich erscheinen!

    Vor allem der Drang „sich zu informieren / zu beschäftigen“ ist extrem gefährlich, wie ich finde. Du sagtest ja bereits, dass wir dann nicht richtig anwesend sind, weder im Raum, noch bei uns selbst.

    Ich will nicht, dass wir Menschen zu unbewussten Robotern mit Informationssucht werden. Nur, weil ein neuer Tweet unsere Glücksgefühle hochschnellen lässt. Da dürfen wir uns selbst bewusst begrenzen, um doch mehr vom wahren Leben zu haben! 🙂

    Nichts desto trotz sind Dinge wie Twitter eine große Bereicherung für unser Leben, die auch ich nicht missen möchte! Gerade deshalb wäre ein bewusster Umgang damit sehr wichtig!

    1. Hi Micha,
      du sprichst mir aus der Seele. Ohne Twitter würde mir etwas fehlen. Aber – wie du sagst – ein bewusster Umgang damit würde sich sehr empfehlen. Morgen endet meine derzeitige twitter- und facebookfreie Woche – und ich habe festgestellt, dass bei mir die Ablenkung noch vor dem Drang steht, sich zu informieren. Eine tolle Erkenntnis, denn da kann ich gut ansetzen 🙂

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