Die Schatzkiste deines Lebens

Heute war es endlich so weit: der Schreibtisch wollte mal wieder das Licht der Welt sehen und von seiner Ablage befreit werden. Also Ärmel hochkrempeln, schöne Musik an und los geht es mit dem Lochen, Wegwerfen, Abheften. Schnöde Kontoauszüge, Rechnungen, Gehaltsbescheinigungen  … was sich in der letzten Zeit so angesammelt hatte.

Aber da gibt es eine ganz besondere Kiste. Ich nenne sie „meine Schatzkiste„. Sie ist nicht nur von Außen am schönsten, sondern ihr Inhalt ist es, der für mich einen Schatz darstellt. Er enthält „mein Leben“. Wenn es morgen brennen würde und ich könnte nur ein Teil aus der Wohnung mitnehmen wäre es dieser Karton.

Was findet sich in dieser Kiste (die inzwischen übrigens bis unter den Rand gefüllt ist)?

  • Fotos aus meiner Jugend
  • besondere Glückwunschkarten
  • das erste Kinderbuch meiner Kinder
  • Kinderzeichnungen
  • mein Studentenausweis
  • Zeitungsausschnitte in denen ich oder meine Familie vorkomme
  • den ersten Mietvertrag
  • die ersten Mails von meinem Mann
  • Kinderbriefe von mir an meine Mutter
  • die Todesanzeigen meiner Großeltern
  • Hochzeitsfotos (eigene und aus der Familie)
  • das Spitzenband meines Brautstraußes
  • die Menükarte der Hochzeit
  • Abschiedsgrüße vergangener Kollegen
  • Fotos von (für mich) wichtigen Orten

Eine Kiste, die zaubern kann. Wenn ich sie öffne, begebe ich mich auf Zeitreise. Ich rieche Babycreme, Sekt kitzelt in meiner Nase. Sand knirscht zwischen den Zehen. Kinderlachen um mich herum. Hochzeitsglocken. Träume.

Hast du auch eine solche Truhe? Eine Kiste, die du hervorzaubern kannst, wenn du dich einsam fühlst? Wenn du Sehnsucht nach deinen Kindern hast? Wenn du an deine Großmutter denkst? Wenn du deinen Kindern aus deiner Jugend erzählen willst? Wenn du nochmal die ersten Liebesbriefe deines Mannes lesen willst?

Wenn nicht, lege ich dir ans Herz: fang jetzt damit an zu sammeln. Es ist nie zu spät dafür.

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3 Gedanken zu “Die Schatzkiste deines Lebens

  1. Meine persönliche Schatzkiste existiert leider nur in meinem Kopf. Das erste Mal, dass meine Eltern mich als weinendes Baby aus dem Bettchen genommen haben und der Blick meiner Frau bei unserem ersten (zufälligen) Treffen. Ich wusste damals schon: „Das ist SIE“. Ich hoffe, dass ich diese Erinnerungen niemals verliere!

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