Das hässliche Entlein – oder was siehst du, wenn du einen Menschen anschaust?

Ihr kennt das sicherlich: die Familie sitzt vor der Glotze und schon geht es los:

  • „Bäh, wie sieht die denn aus.“
  • „Mann, ist der fett. Den kann man ja rollen.“
  • „So ein Idiot. Das war doch ein ganz einfache Frage und der weiß die Antwort nicht.“

Oder ihr sitzt im Zug/ Bus/ in der Firmenkantine und los geht das Schlechtmachen der Anderen.

  • „Hast du gesehen, was die für einen hässlichen Pulli an hat?“
  • ….

Warum ist das so? Ich habe irgendwo gelesen, dass, wenn man andere Menschen schlecht macht, sich selbst dadurch aufwertet. Denn die unausgesprochene Ergänzung hinter z. B. „ist der fett“ lautet ja „schau her, ich bin viel schlanker.“

Aber haben wir das wirklich nötig? Stell dir vor, dass solche Kritik, die aus deinem Mund kommt, schwarze Luft wäre. Wie würde die Luft um dich herum aussehen? Könntest du noch durchblicken? 🙂

Das Interessante ist: du hast die Chance, bei dir und auch bei Anderen, dieses – wirklich nicht notwenige Rummäkeln – zu beenden bzw. einzuschränken. Der erste Schritt besteht darin, dass du dir einfach bewusst machst, wenn du gerade gelästert hast. Das zu erkennen, ist der wichtigste Schritt.
Der nächste Schritt ist dann, VOR dem Aussprechen zu merken, was du sagen willst, so dass du die Kritik nur denkst, aber nicht sagst.
Der letzte und schwierige Schritt ist dann, solche Gedanken wenig bis gar nicht mehr aufkommen zu lassen.

Ich behaupte nicht, dass du dieses Kritisieren und Mäkeln ganz abstellen können wirst. Aber du kannst die Häufigkeit verringern, indem du deinen Schwerpunkt veränderst. Ich selbst mache mir immer einen Spaß daraus, im Beisein der Familie auf solche Sätze etwas Positives zu sagen. Auf  „Wie sieht die denn aus“ sage ich dann z. B. „Sie hat aber wunderschöne Augen/ Zähne/ Haare ….“ Und auch bei eigenen verurteilenden Gedanken, die hochkommen, schiebe ich solch positive Sätze hinterher. Und korrigiere mich gedanklich damit selbst. Und glaub‘ mir: man findet IMMER etwas Positives 🙂

Denn im Grunde – du weißt es auch in dir drin – sind wir alle Brüder und Schwestern. Und keiner ist besser als der andere. Und keiner steht über einem anderen.
Vielleicht denkst du das nächste mal an diesen Text, wenn du jemanden schlecht redest und sagst gedanklich „Stopp!“ Dann hätte ich mein Ziel erreicht 🙂

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3 Gedanken zu “Das hässliche Entlein – oder was siehst du, wenn du einen Menschen anschaust?

  1. Hallo!
    Es gibt Leute, die lästern viel über andere und Leute, die lästern weniger. Ich denke, je mehr ein Mensch es nötig hat zu lästern, umso mehr hat er eine Aufwertung seiner eigenen Person notwendig. Diese Notwendigkeit kommt aus dem Mangel, also aus einem geringem Selbstwertgefühl, ein Versuch davon abzulenken. Ein gesundes Selbstwertgefühl hat es nämlich nicht nötig zu lästern, es muss von sich nicht ablenken und den Fokus auf andere lenken. Du hast Recht, der schwierigste Schritt ist, die (gewohnten und eingefahrenen) Gedanken abzustellen. Und ein Schritt dazu wäre auch, seinen eigenen Selbstwert zu erhöhen und zu üben, an sich selbst das Gute zu sehen um den Denkapparat auf positiv zu programmieren.
    Und wenn jemand über mich lästert, tja dann weiß ich, er ist ärmer dran als ich 🙂
    Schönes Wochenende!
    Lg Michael

    1. Danke für deinen Input. Ja, an sich selbst das Beste zu sehen ist ein wichtiger aber für viele gar nicht so einfacher Schritt. Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen: man kann es lernen 🙂

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