Die alten Kavaliere

Es gibt sie noch: die Rosen-Kavaliere, die Schmeichler, die „Männer der alten Garde“. Ich erlebe sie jede Woche. Und sie erfreuen mein Frauenherz. Man sollte es nicht meinen 🙂

Jeden Dienstagabend haben wir Probe mit unserem gemischten Chor. Dieser Chor hat sich aus einem Männerchor heraus gegründet, welcher seit 1906 registriert ist. Die bei uns singenden Männer sind natürlich nicht über 100, aber viele in unserem gemischten Chor sind jenseits der 60. Im normalen Leben, also im Bus, auf einer Feier oder anderswo, würden wir wahrscheinlich gar nicht in Berührung miteinander kommen, wir 40jährigen Frauen mit den 20 – 40 Jahre älteren Herrschaften. Und ich sage euch: wir hätten etwas verpasst!

Sie stellen für uns die Stühle hin. Bringen eisgekühlte Cola und Bier mit. Sammeln Noten ein und teilen welche aus. Umarmen und Drücken bei Festivitäten. Sie erfreuen sich an unserem Anblick. An unserer Lebhaftigkeit. Sie fahren uns Fußgänger im Auto bis nach Hause. Bei ihnen habe ich das Gefühl, 20 Jahre jünger zu sein. Attraktiv. Begehrenswert. Und das Ganze passiert auf eine so unaufdringliche Art und Weise, dass ich es wunderbar genießen kann.

Sie sind einfach so, weil sie so sind. Nicht, weil sie es müssen. Nicht, weil sie etwas von uns wollen. Einfach aus ihrem Herzen heraus. Und das ist es, was mein Herz so berührt. Und mich dankbar sein lässt, für solch wundervolle Menschen um mich herum.

Und die Krönung war dann an meiner Hochzeit, als der Chor vor dem Standesamt mit einem Rosenspalier parat stand, durch das wir durchlaufen konnten; #hach, wie schön

Rosenspalier
Rosenspalier
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Ein Gedanke zu “Die alten Kavaliere

  1. Danke, dass Du darauf aufmerksam machst.
    Ich beobachte sehr gerne auch Menschen auf der Straße, beim Einkaufen oder in einer sozialen Einrichtung. So weit entfernt sind die Herrschaften, ob Männer oder Frauen, gar nicht.
    Dein Beitrag läßt mich aufmerksamer sein, fröhlicher auf andere zuzugehen. Sicherlich tu ich es, doch ein paar mal öfter schadet mir nicht. Macht mich nicht arm, sondern reicher, werde durch ein Lächeln eines Gegenübers beschenkt.

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