Du bist nie allein

Es gibt Zeiten, da fühlt man sich allein auf der Welt. Verlassen. Unbeachtet. Klein. Kennst du solche Gedanken auch? Vielleicht hilft dir beim nächsten Mal die folgende Betrachung, das Einsamkeitsgefühl zu überwinden.

Überlege einmal, womit du dich umgibst:

  • Du wohnst in einer Wohnung, einem Haus. Irgendjemand hat dieses Haus einmal gebaut. Da waren Architekten, Elektriker, Maurer, Maler am Werk. Alle haben dir gedient, damit du es schön und warm hast.
  • Du stehst morgens auf und lässt warmes Wasser laufen. Irgendwo sind Menschen dafür zuständig, dass du sauberes Wasser hast. Dass es kontrolliert wird. Dass du Energie hast, um es aufzuwärmen.
  • Du ziehst dich an. Wer hat deine Bekleidung genäht? Wer entworfen? Wer verpackt, durch die Gegend gefahren, ausgezeichnet und ins Regal eingeräumt?
  • Du frühstückst/ isst Mittagessen oder setzt dich an den Abendbrottisch. Wer hat dein Brot gebacken? Wer die Wurst abgeschmeckt? Wer hat das Design der Käseschachtel entworfen?
  • Du lässt das Radio laufen. Wer ist früh aufgestanden, damit du auch um 6 Uhr morgens die neusten Nachrichten hörst? Wer sorgt dafür, dass der Strom ohne Störung bis zu dir fließt?
  • Auf dem Weg zur Arbeit fährst du mit dem Auto, mit dem Bus oder der Bahn. Wer hat die Straße von Schnee geräumt? Wer hat dafür gesorgt, dass du tanken kannst? Wer steuert den Bus oder die Bahn?

Diese Liste kannst du beliebig verlängern. Wer bringt dir morgens in der Frühe im Dunkeln die Zeitung? Wer entsorgt deinen Müll? Wer gibt dir Arbeit und bezahlt dich dafür? ….

Sag, wie fühlst du dich, bei diesen Gedanken? Ist es nicht ein erhebendes und warmes Gefühl, dass so viele Menschen zu deinem Wohl arbeiten?

Also: Bist du wirklich allein? 🙂

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4 Gedanken zu “Du bist nie allein

  1. Liebe….wie heißt du eigentlich? Mir fällt gerade auf, dass ich dich nur als „Dankeschön“ kenne, und hier verrätst du auch nicht deinen Namen, schade… Dadurch bist du auch fast ein wenig anonym – wie der Bäcker, der meine Brötchen backt, die Architektin, die meine Haus entworfen hat, der Journalist, der die Artikel in meiner Zeitung schreibt…
    Da liegt glaube ich das Problem mit dem Alleinsein. Wir sind zwar alle irgendwie vernetzt und auch voneinander abhängig, aber merken es gar nicht. Das hast du sehr schön beschrieben. Um nicht allein oder einsam zu sein brauche ich aber Menschen, die mit mir reden, die ich sehen kann, die mich in den Arm nehmen. Es ist erschreckend, zu erleben wieviele Menschen in unserer Gesellschaft einsam und allein sind – oder sich zumindest so fühlen, was ja eigentlich das Entscheidende ist.
    Ich bin gespannt auf weitere Blogartikel – ich komm hier gerne vorbei!
    Gruß, Uta

    1. Liebe Uta,
      in einigem hast du Recht – aber du hast auch immer die Wahl und die Chance, etwas zu verändern. Ich kann den Bäcker fragen, wie er heißt. Ich kann andere Menschen, im Zug, in der Stadt, im Laden ansprechen. Sie fragen, wie es Ihnen geht. Von mir selbst erzählen. Ich habe es selbst in der Hand, wie weit ich mich anderen gegenüber öffne.
      Wenn alte, gebrechliche Menschen einsam sind, weil sie nicht vor die Tür kommen, ist es schwierig. Aber bei agilen Menschen in unserem Alter ist die Einsamkeit oft hausgemacht.
      Aber wie habe ich heute morgen gelesen: „Für manche ist das Leiden einfacher als das Lösen“.
      Ich hoffe, du gehörst nicht zu den Einsamen?!
      Herzliche Grüße
      Margit

  2. Liebe Margit – wie schön, dass ich jetzt deinen Namen kenne 😀
    du hast ja recht, ich erlebe leider aber sehr viele Menschen in meiner Arbeit, die diesen Schritt aus verschiedenen Gründen nicht tun können. Es ist manchmal sehr schwer, Menschen das klar zu machen, dass sie auch ihren Teil dazu beitragen können – manche können es einfach nicht. Ich bin froh, dass ich es bisher immer geschafft habe, auf Menschen zuzugehen, wenn ich irgendwo neu angefangen habe, und das habe ich schon oft. Und zum Glück gibt es ja auch Leute, die auf einen zugehen und die nicht darauf warten, dass andere den 1.Schritt tun – sie sind ein Segen!
    Ich wünsche dir noch eine schöne Weihnachtszeit!
    Uta

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