Zeit der Dankbarkeit

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Blick vom Land aufs Meer

Wind, Sonne, Wolken, Meer

… kommen mir zahlreiche Gedanken. Erinnerungsfetzen wehen durch meinen Kopf. Deshalb mache ich gerne bei der Blogparade “Mein Text zum Meer” von Johannes Korten mit.

Denk ich an Meer …

… spüre ich den Wind. Er spielt mit meinen Haaren. Pustet mir Sorgen aus dem Kopf und kitzelt meinen Nacken. Sinnbild dafür ist ein Foto von mir, aufgenommen an einem besonderen Wochenende. Mein jetziger Mann und ich waren gerade mal drei Wochen zusammen, als wir beschlossen, ein Wochenende ans Meer nach de Haan zu fahren. Dieser Mann neben mir im Auto war mir noch ganz schön fremd. Ohne Zimmerbuchung fuhren wir einfach los ins Blaue. Das erste Zimmer, in dem wir übernachteten, war winzig und die Toilette war nur durch einen Schiebevorhang vom Schlafzimmer getrennt. Eine Bewährungsprobe – denn nicht jeder kann vor Fremden auf Toilette gehen. Heute muss ich schmunzeln, damals war das eine ziemliche Herausforderung :-)
Wir wanderten durch die Dünen, entlang am Meer. Schöner lässt sich nicht gemeinsam reden. Wir kuschelten am Strand, kauften frischen Fisch, genossen den Wind und die Sonne.
Dieser spontane Miniurlaub fand vor 11 Jahren statt. Es war ein wunderschönes Wochenende und heute erkenne ich die Vorzeichen für eine wundervolle Ehe. Heute noch trägt mein Mann dieses Foto in seinem Geldbeutel.

Denk ich an Meer …

… fällt mir die Bretagne ein. Dort habe ich (mit 16) das erste mal das Meer gesehen. Wir fuhren mit der katholischen Jugend zum Zelten dorthin. Gitarren und jede Menge Spaß dabei, erlebten wir zwei fröhliche Wochen. Ich probierte das erste Mal Austern. Lies mich vom Wind streicheln. Roch das Salz in der Luft. Interessanterweise kann ich mich nicht daran erinnern, ob und wie wir im Wasser waren. Aber ich erinnere mich an die gemeinsamen Essen, an die Gottesdienste – oben auf einem Felsen – an das Singen, das Lachen, das Rumalbern. Den Salzgeruch. Das Quietschen der Luftmatratze. Das sich-Necken. Jugend. Sorglosigkeit.

Denk ich an Meer …

… bin ich auf einmal wieder 21 und fahre mit einer Studienfreundin spontan ans Meer nach Aquitanien. Genauer nach Mimizan Plage. Lustig, wie einem manche Namen so in Erinnerung bleiben. Wir hatten das Auto voll geladen mit Campingutensilien und guter Laune. Ich erinnere mich, dass wir den ganzen Tag am Strand lagen und uns amüsierten. Und einmal erwischte uns beim Sonnen am Strand eine unerwartete Welle, die versuchte, all unser Hab und Gut, dass wir auf der Decke verstreut hatten, ins Meer zu ziehen. Wir konnten alles retten. Die Bücher, die das Meer in seinen Fingern hatte, rochen noch Jahre danach nach Salz.
Das Meer. Es faszinierte mich, wie jeden Morgen der Strand, aufgrund von Ebbe und Flut, anders aussah. Mal größer, mal kleiner. Mal blieben flache Pfützen zurück. Mal waren die Wellen hoch, mal unerwartet tief. Trotz der Regelmäßigkeit von Ebbe und Flut das Sinnbild für Unregelmäßigkeit, für Spontanität und für Überraschungen.

Denk ich an Meer …

Steinhaufen am Meer

Da kommt Sehnsucht auf

… sind meine Kinder wieder klein. Ich stehe mit ihnen im Wind und bin glücklich. Ich esse Sandkuchen, creme kleine Rücken ein, mache Mut und beobachte kindliche Neugier. Das sind Erinnerungen, die mich wünschen lassen, man könne die Zeit zurückdrehen. Noch einmal, für einen kurzen Tag, diese wundevollen Wesen als kleine Kinder erleben. Ich würde jeden Augenblick wie ein Schwamm in mich aufsaugen. Jeden Sandkuchen würde ich mit Freude essen. Gibt es etwas Schöneres, als das eigene, bibbernde, nach Salz riechende, nasse Kind in ein Handtuch zu hüllen, es zu knuddeln, zu lachen und zu wärmen?
Vielleicht darf ich das ja irgendwann mit Enkeln wiederholen. Ich hoffe darauf :-)

Denk ich an Meer …

… kommen noch viele andere Gedanken hoch. Es sind immer positive Erlebnisse. Ich höre mich lachen. Ich spüre den Wind in meinem Haar. Ich rieche das Salz. Kostbare Momente meines Lebens. Schön, dass ich sie hier noch mal festhalten konnte.

PS: Ein herzliches Danke an meinen Sohn, der diese wundervollen Fotos aufgenommen hat <3

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Centstück auf dem Boden

Ein Centstück auf dem Boden. Hättest du es gesehen?

Indianergeld: so nannten wir als Kinder die rötlichen Münzen im Geldbeutel, die wir oft von den Erwachsenen geschenkt bekamen, weil sie im Geldbeutel störten. Ab und zu drückte uns daher – wenn wir Brötchen kaufen waren – beim Bäcker eine Kundin ihr Kleingeld in die Hand. Und was haben wir uns darüber gefreut. Zuhause kam alles in die Spardose und am Weltspartag wanderten wir stolz mit der schweren Dose zur Bank, um unser Geschenk beim Einzahlen auf unser Sparbuch zu bekommen. Oder, wenn wir selbst noch ein bisschen was im Geldbeutel hatten, wurde es in Esspapier oder Lutscher umgewandelt :-)

Diese Freude habe ich mir erhalten. Ich bücke mich heute noch, wenn ich im Zug oder auf der Straße Kleingeld liegen sehe. Und gut gelaunt stecke ich es in meine Jackentasche. Ich trage es ein paar Tage mit mir herum und immer, wenn ich in der Tasche darauf stoße, schleicht sich ein Lächeln in mein Gesicht :-)
Möchtest du wissen warum?
Nun, es ist die Vorfreude auf das Schenken. Ich komme täglich auf dem Weg zur Arbeit an einer Grundschule vorbei. Irgendwann kam mir die Idee, solch ein Cent-Stück über den Zaun auf den Schulhof zu werfen. Und ich stellte mir vor, wie sich ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge freuen würde, wenn die Münze ganz unerwartet auf dem Boden in der Sonne blitzt.

Seitdem werfe ich immer mal wieder eine Münze dorthin, wo die winzigen Fahrräder abgestellt werden. Dort, wo in der Pause lustig Ball gespielt wird. Oder ich lege es auf ein kleines Mäuerchen. Manchmal auch im Zug zwischen die Sitze. Und ich gebe zu: es macht total Spaß.

In diesem Augenblick fühle ich mich reich und großzügig, obwohl es ja in vielen Augen “nur” Centstücke sind. Aber durch das Geben beschenke ich mich im Grund selbst: mit Glück. Denn ich fühle das Glück des zukünftigen Finders. Und kurzfristig bin ich wieder das kleine Mädchen, dass sich geliebt, beschenkt und vom Glück bedacht fühlt. Ein schönes Gefühl.

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