Zeit der Dankbarkeit

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Gut genug - 7 Wochen ohne Ehrgeiz

Gut genug - 7 Wochen ohne Ehrgeiz

Was hast du das letzte Mal gedacht, als du in den Spiegel geblickt hast? War da ein “Sieht gut aus?“. Oder ein “hach, schöne Augen?” Ein “Ich gefalle mir?
Oder gab es da Gedanken wie “Ich sollte dünner sein?” “Ich muss zum Friseur?” Ein “Ich hätte den Vertrag im Fitness-Studio besser doch nicht gekündigt?

Könntest du, wenn du dich nur anstrengend würdest, vielleicht besser kochen? Wäre dein Schreibtisch immer aufgeräumt? Würde alles gelingen, was du anfasst? Könntest du dort ein bisschen rumzupfen, an jener Stelle abnehmen oder “mehr aus deinem Leben machen”?

Denkt es das in dir? Warum?

Warum nimmst du dich nicht so, wie du bist? Mit allen Ecken und Kanten? Mit allen grauen Haaren und Pölsterchen? Mit deiner Unvollkommenheit, deinem Scheitern, deinen Lastern? Zumindest einfach mal 7 Wochen lang?

7 Wochen ohne - Tischkalender

7 Wochen ohne - Tischkalender

Durch Zufall bin ich auf die Aktion www.7wochenohne.de gestoßen. Ach nein, ich glaube nicht an Zufälle, das sollte wohl schon so sein :-) Wie auch immer. Die Aktion der Evangelischen Kirche für die Fastenzeit hat mich direkt angesprochen, so dass ich mir umgehend den Fastenkalender bestellt habe. Er steht schon bereit auf dem Tisch und wartet auf Aschermittwoch.

Die Fastenzeit bietet sich an, um mit eingefahrenen Denkweisen, überflüssigen Sorgen oder Gewohnheiten Schluss zu machen. Warum also nicht mal Schluss machen mit dem ständigen Kritisieren und Rummäkeln an einem selbst?

Es geht darum 7 Wochen lang “gut genug” zu sein. Keinen falschen Ehrgeiz zu entwickeln. Sieben Fastenwochen lang darfst du so sein, wie du bist, darf ich so sein, wie ich bin: Gut genug.
Macht jemand mit?

Sarah mit Zuckerwatte

Sarah mit Zuckerwatte

Gestern war ich mit meinem Patenkind in der Stadt. Ein Getümmel und Gewiesel. Jeder eilte vor sich hin, die Einkäufe in schweren Taschen schleppend und auf nichts achtend. Sarah (5) und ich, wir fingen an Weihnachtsbäume zu suchen und zu zählen (bei über 50 geschmückten Bäumen nach 45 Minuten haben wir dann übrigens aufgehört :-) ).  Und ich fragte mich: Werden diese Bäume von den Passanten überhaupt wahrgenommen? Die großen und mächtigen, die kleinen. Die bunten, die weißen …

Dann auf einmal hielt Sarah meine Hand fest und rief atemlos: “Da, da hat eine Frau was aus ihrem Rucksack verloren”. Wir kämpften uns durch die Menge und fanden am Boden eine Schüler-Monatskarte für den Bus.
Zu Hilfe, wer hatte die Karte verloren?
Die Kleine zerrte mich ganz aufgeregt durch die Menge, bis wir hinter drei Schülerinnen landeten, die ich zwei Mal ansprechen musste, bis sie mich hörten. Und tatsächlich: die Karte gehörte einem der Mädchen.
Als ich Sarah daraufhin fragte, wie sie das denn gemerkt hätte, meinte sie, es hätte laut “Platsch” gemacht, als die Karte (in einer Plastikhülle) auf dem Boden landete. Und obwohl ich – so meine ich zumindest – sehr bewusst und aufmerksam durch die Gegend bzw. das Leben gehe, hatte ich weder das Geräusch gehört, noch auf den Boden geschaut.

Halte an und Beobachte

Eiskristalle an einer Scheibe

Eiskristalle an einer Scheibe

Ist dir schon aufgefallen, wie oft du so geschäftig durch das Leben eilst, ohne dass du vieles, was in deiner Nähe passiert ist, wahrnimmst? Du siehst weder die liebevoll geschmückten Tannenbäume, noch die Taube, die sich über herabfallende Lebkuchenkrümel freut. Du siehst nicht die müden Augen der Verkäuferin hinter der Weihnachtsbude, nicht die wunderschönen Eiskristalle an einem Fenster noch riechst du den Duft des Glühweins. Du gehst stur deinen Weg und das Leben rauscht an dir vorbei.

Es gibt ein gutes Gegenmittel: Halte an und beobachte.

Stell dir vor, du fändest mitten in diesem Weihnachtstrubel eine gemütliche Stelle, wo du dich niederlassen könntest. Rund um dich herum tobt der weihnachtliche Einkaufstrubel. Aber du sitzt einfach nur – und beobachtest. Dann siehst du eventuell die strahlenden Kinderaugen vor den Schaufenstern, du beobachtest wie der Wind an den Weihnachtsbäumen wackelt. Du siehst wie sich ein jugendliches Pärchen liebevoll in die Augen schaut und sich küsst. Du riechst den Crêpe-Geruch und schmeckst in Gedanken den süßen Glühwein.

Anhalten und Beobachten: Das kannst du nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt tun sondern auch in deinem Leben. Halte an und beobachte! Was passiert gerade um dich herum?
Vielleicht siehst du dann, wie hektisch die Anderen durch das Leben gehen. Sie spiegeln dich. Du siehst sie verärgert, hetzend, mürrisch und in Gedanken weit, weit weg. So wie du auch oft durch das Leben gehst. Erlaube dir doch mal eine “unproduktive Zeit”. Sei einfach nur – und beobachte.

Über dem Meer

Blick über das Meer

Blick über das Meer

Matthieu Ricard beschreibt im Buch “Glück” eine sehr wirksame, buddhistische Methode des “über sich selbst Schwebens”. Wenn dich der Alltag, der Stress, die Gefühle zu übermannen drohen, kommst du dir vor, wie ein Schiffbrüchiger auf hoher See. Die Wellen sind riesig, sie drohen dich zu versenken. Doch wenn du versuchst, über den Wellen zu schauen, als würdest du mit dem Flugzeug darüber fliegen, nimmst du nur ein feines weiß-blaues Mosaik wahr. Hier ist es still und dein Geist verschmilzt mit dem klaren blauen Himmel.

Diese Position kannst du auch einnehmen, indem du dich selbst beobachtest. Du kannst deine Gedanken beobachten, BIST aber nicht dein Gedanke. Du siehst dich hektisch, verurteilend, kritisierend durch die Welt gehen. Mit dem Abstand “von oben” kannst du Gedanken oder Handlungen dann hinterfragen. Und du tust einfach nichts. Du hältst an und beobachtest dich, lernst dich dadurch kennen.

Nimm dir jeden Tag ein paar Minuten. Halt an und beobachte. Es könnte dich und dein Leben ändern.

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“Liebesbrief an mich selbst? – Das könnte ich nie.” – Ist dir vielleicht spontan dieser Satz durch den Kopf gegangen, als du die Überschrift gelesen hast?
Dann lade ich dich auf ein kleines Experiment ein: Stell dir einmal vor, du würdest dich von außen mit den Augen der Liebe betrachten. Was würdest du sehen? Wer bist du wirklich? Was macht dich so liebenswert?

Ich weiß, dass du jetzt vielleicht denkst: “Andersrum wäre es einfacher. Eine Kritikliste hätte ich aus dem Effeff geschrieben.”
Nun, dann ist es vielleicht einmal Zeit, dir deine positiven Eigenschaften in Erinnerung zu rufen :-) Und glaube mir, du hast jede Menge Positives, viel Bewundernswertes an Dir. Viel Attraktives.

Du bist liebenswert

Woher ich das weiß? Nun: zum Einen steckt hinter jeder noch so scheinbar ungemütlichen Fassade ein Mensch, den man einfach nur lieben kann. Ein unschuldiges, liebenswertes Wesen.
Zum anderen hast du doch sicherlich Freunde, Eltern, Kinder, einen Partner/ eine Partnerin, die gerne mit dier zusammen sind, oder? Nun, dann hast du auch jede Menge positiver Eigenschaften, die andere Menschen anscheinend auch sehen – nur du vielleicht nicht?

Also dann los. Nimm dir ein weißes (oder auch ein buntes) Blatt Papier und eine Viertelstunde Zeit nur für dich und deine Gedanken. Brich nicht ab, wenn in den ersten Minuten nichts auf dem Papier erscheint. Höre deinen Gedanken zu. Ich bin mir sicher: tief in dir drinnen weißt du um das Schöne an und in dir. Und wer weiß, vielleicht musst du nach einiger Zeit das Blatt sogar wenden, weil es bereits gefüllt ist? Das wäre doch wirklich toll :-)

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Gerade eben bin ich beim Einkaufen am Zeitungsladen vorbei und sah aus den Augenwinkeln eine Zeitschrift “Meine Schuld”. Untertitel: “Was Frauen berichten – Schonungslos – Indiskret”.  Ich bin stehen geblieben, ja.
Und nein, ich habe sie nicht in die Hand genommen um zu schauen, was meine Geschlechtsgenossinnen da so schamlos ausplaudern :-) Aber allein die Vorstellung, dass sich unzählige Frauen täglich für irgend etwas die Schuld geben, lässt mir die Haare zu Berge stehen.

  • Ich bin schuld, wenn meine Kinder nicht essen, was ich gekocht habe
    = schlechte Köchin.
  • Ich bin schuld, wenn mein Mann fremd geht
    = zu schwach im Bett.
  • Ich bin schuld, dass das Geld nicht bis zum Ende des Monats reicht
    = miese Haushaltsführung.
  • Ich bin schuld, dass der Großkunde vom Projekt zurückgetreten ist
    = fehlerhaftes Angebot.

Diese Liste kannst du natürlich um deine eigenen Vorstellungen ergänzen. Du kannst es aber auch gerne lassen :-) Denn mal ganz ehrlich: was wie ein schlechtes Gewissen aussieht, hat eine gewisse Allmachtsfantasie. Gehst du wirklich davon aus, dass du Kinder, Mann, Haushalt und Kunde “im Griff” haben kannst? Dass es deine Schuld ist, wenn sie sich nicht so verhalten, wie du es gerne hättest? Dass du die Macht hättest, die Umwelt zu verändern? Dass du verschiedene Möglichkeiten hast, zu handeln?

Du handelst in jedem Augenblick genau so, wie du es zu diesem Zeitpunkt kannst. Und nicht anders. Mag sein, dass du zwei Stunden, zwei Tage oder zwei Jahre später schlauer bist. Aber das warst du zum besagten Zeitpunkt nicht. Und deswegen hast du gar nicht anders handeln können. D. h. dich trifft auch keine Schuld! Niemals. Du kannst sagen “Heute, mit dieser oder jener Erfahrung würde ich anders handeln. Aber damals konnte ich nur so handeln. Es tut mir leid und ich verzeihe mir selbst“. Aber du bist nicht schuldig! Lass dir das von niemandem einreden.

Und wenn du das für dich verstanden hast, dann erkennst du vielleicht auch, dass auch niemand anders die Schuld hat. Dass dich niemand absichtlich verletzt. “Mein Chef hätte mich nicht anschreien dürfen“.  “Meine Eltern hätten damals liebevoller zu mir sein sollen” …. Ganz ehrlich: wenn dein Chef anders gekonnt hätte, hätte er dich nicht angeschrien. Deine Eltern wären sicherlich liebevoller gewesen, wenn sie es gekonnt hätten. Aber in genau diesem Augenblick konnten sie nicht anders.

Also wenn du das nächste Mal etwas tust, an dem du dir die Schuld gibst, frage dich: “Hätte ich in diesem Augenblick wirklich anders handeln können?” “Wirklich?” Und wenn die ehrliche Antwort “Nein” ist, hast du immer noch die Möglichkeit zu sagen: “Ok, aber das nächste Mal kann ich es besser machen. Vielleicht sollte ich dies oder jenes ändern, tun, machen.” D.h. das, was du früher als Fehler/Schuld gesehen hast, kannst du als Chance nutzen. Als Chance, dich selbst weiter zu entwickeln und dich von unzähligen Lasten, die in deinem Gewissen zu Hause sind, zu befreien. Meine Schuld? Nein, meine Chance!

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Glückliche Braut

Glückliche Braut

Jede Braut ist schön! Ist euch das auch schon einmal aufgefallen?
Woran mag das liegen?
An diesem besonderen Tag?
Am Kleid?
An der Schminke oder an der Frisur?

Vor einiger Zeit war ich Samstags in der Stadt, und da ich demnächst heiraten werde, ging ich spontan in ein Brautmodengeschäft. Zum Glück hatte die Verkäuferin Zeit und ich probierte drei Brautkleider an. Als ich so in diesem wunderschönen Brautkleid vor dem Spiegel stand, überkam mich ein erhabenes Gefühl.
Schön und stolz wie eine Königin fühlte ich mich. Ein Strahlen ging von mir aus, dass mich selber umwarf :-)

Aber woher kam dieses Strahlen? Dieses Gefühl?
Ich war weder geschminkt, noch hatte ich die Haare gestylt.
Das Brautkleid selbst konnte es auch nicht sein. Als es auf dem Bügel an der Wand hing, ging von ihm kein Stolz, keine Schönheit, kein Strahlen aus. Da hing nur jede Menge weißer Stoff.
Und im Keller des Geschäftes (dort war die Anprobe) war auch kein besonders tolles Licht.

Die Erkenntnis traf mich beim nächsten Kleid: das muss es aus mir kommen!
Das Brautkleid kitzelte meine eigene Schönheit, Würde, Weiblichkeit, Königlichkeit heraus. Das ist der ganze Zauber!

Nun, so frage ich Euch, wieso machen wir das nicht regelmäßig? Wieso kitzeln wir morgens nach dem Aufstehen nicht ein bisschen unsere Schönheit, Faszination, Würde, Königlichkeit hervor? Denn sie ist ja schon in uns!

Ich wünsche Euch allen, dass Ihr morgens oder auch im Laufe des Tages beim nächsten Blick in den Spiegel dieses Gefühl heraufbeschwören könnt.
Seht Euch an!
Eure Würde.
Eure Schönheit.
Eure Weiblichkeit.
Eure Liebe, die aus Euch strahlt.

Und dann lächelt Euch gütig und liebevoll zu und seid stolz auf das, was Ihr seht!

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