Zeit der Dankbarkeit

Archive for the ‘Arbeit’ Category

Nach einer Rundwanderung schreibt es sich gleich viel besser.

Nach einer Rundwanderung schreibt es sich gleich viel besser.

Vor kurzem war ich im wunderschönen Kloster Himmerod zum Kurs “Schreiben und Meditieren“. Und so war es für mich:

Gut liegt er in der Hand, der neue Füller. Er schmiegt sich in meine Finger, als wäre er dort zu Hause. Kuschelt sich fest an mich und möchte dennoch fließen. Es ist Jahrzehnte her, dass ich einen Federhalter mein Eigen nennen konnte. Im Zeitalter von Computer und Handy wirkt er zuerst für mich wie ein Relikt aus vergangener Zeit. Der Geruch von Kreide steigt in meiner Nase auf, das Quietschen der Schiefertafel summt in meinem Ohr. Fast bin ich wieder ein Grundschulkind. Aber nur fast. In Wirklichkeit sitze ich im Zug, unterwegs von der Arbeit nach Hause und entwerfe auf einem kleinen Block eine grobe Skizze meines Buches. Jetzt endlich habe den Mut, loszulegen. Anzufangen. Das, was seit Jahren in mir schlummert, in den Fluss zu bringen.

Wann singt dein Herz?

Wenn ich Menschen befrage, was sie sehr gerne machen, bekomme ich vielfältige Antworten zu hören. Ein jeder kann etwas erzählen: vom Tanzen, Joggen, Meditieren, Malen … Die Augen der Menschen fangen an zu leuchten und es geht eine Energie von ihnen aus, die fast greifbar ist. Meine Frage lautet deshalb immer „Wann singt dein Herz?“ Und es sprudelt aus ihnen heraus. Doch wenn ich dann frage: „Wie oft machst du das, was dein Herz glücklich macht?“ werden sie still. Nachdenklich. Und die Antwortet lautet fast immer „Viel zu selten.“

So ist es auch bei mir. Schon als Jugendliche schrieb ich kleine Kurzgeschichten. Damals noch mit Füller in einem Heft. Dann kam das Studium, die erste Schreibmaschine und der Füllfederhalter verschwand. Irgendwo in meinem Zimmer liegen mehrere Din A4-Seiten mit Texten. Angefangene Bücher. Irgendwo, vergraben unter Rechnungen, Fotoalben, Schmierpapier. Heute sitze ich den ganzen Tag am Rechner und tippe in großer Geschwindigkeit, klicke hier und dort, blogge und twittere. Zücke bei der erst besten Gelegenheit das Handy, um auf dem Laufenden zu sein. Arbeitsaufträge an die Kinder zu verschicken. Liebesgrüße an meinen Mann. Ständig online. Ständig vernetzt. Alles weit entfernt von dem, was mich wirklich glücklich macht.

Da kam mir das Seminar „Schreiben und Meditieren“ gerade recht. Welch ein Segen, ein Wochenende lang nur für mich und meine Gedanken. Innenschau halten. Schreiben können. Und das auch noch direkt um die Ecke. Keine halbe Stunde Fahrtzeit von mir entfernt liegt das imposante Kloster Himmerod inmitten einer wundervollen, unberührten Landschaft. Dass damit auch ein Funkloch verbunden sein würde, war mir zum Zeitpunkt der Anmeldung zum Glück nicht bewusst.

Leidenschaft und Ritter

An einem Freitagnachmittag um 16 Uhr ging es los. Nachdem ich die Vorstellungsrunde aufgrund der chaotischen Organisation des Klosterbruders leider verpasst hatte, wurden wir von Rüdiger Heins, dem Kursleiter, auf spielerische Art an das Erzählen, Geschichtenmalen gebracht. Ein jeder wurde aufgefordert, den Inhalt seiner Hosentasche vor sich auszubreiten und allen zu erzählen, warum er welche Gegenstände mit sich herum trägt. Interessant, was da so zu tage kam. Die Gegenstände und ihre Geschichten vermittelten mir einen ersten Eindruck der Menschen, mit denen ich die nächsten zwei Tage verbringen wurde. Da gab es die Minimalisten, die wirklich nur das notwendigste bei sich trugen. Und die Jäger und Sammler, die für alle Eventualitäten gerüstet waren.

Weiter ging es mit unserem eigenen Namen. Wir notierten spielerisch Wort-Assoziationen und trugen diese anschließend im Kreis vor. Und dann ging es ans Schreiben. Rüdiger pickte sich bei jedem ein oder mehrere Begriffe heraus, und wir bekamen die Aufgabe, eine Geschichte zu schreiben, die die vorgegebenen Worte enthalten musste. Und ich legte los. Was sich im Laufe des Wochenendes verstärkt zeigen würde, nahm hier seinen Anfang: In mir schlummern Geschichten. Wie aus dem Ärmel geschüttelt, entfloss meiner Hand eine Kurzgeschichte über Liebe, Ritter und Leid. Das Schreiben mit der Hand war noch ungewohnt, aber da gab es etwas, was hinaus wollte und ruck-zuck war ich im Fluss. Es folgten noch weitere einfache Schreibübungen, zum Beispiel „das Elfchen“. Was mich erst etwas abgeschreckt hatte (Lyrik? Oh Gott) machte mir plötzlich viel Spaß und ich entdeckte den Schalk in mir, beim Dichten humorvoller Texte.

Eine ruhige Zen-Meditation, die wir nach einigen Tai-Chi-Übungen zusammen in der Kapelle erlebten, bildete einen runden Abschluss zu diesem kreativen Einstieg. Zurück in meinem einfachen Zimmer blieb mir mangels fehlender Internet-Verbindung und Sitzgelegenheit nur noch das Bett und ziemlich schnell war ich eingeschlafen.

Offline – Online – Inline

Auf meinem längeren morgendlichen Spaziergang im Wald (hurra, ich hatte endlich Internetverbindung und konnte twittern und smsen) liefen mir drei Rehe über den Weg und ich war beseelt von der Stille im Wald und der Ursprünglichkeit um mich herum. Nach dem Frühstück trafen wir uns in der Kapelle und begannen den Tag wie wir ihn abends beendet hatten: mit Tai-Chi und Meditation. Was danach folgte, waren Stunden, die an Intensität kaum zu überbieten sind. Rüdiger stellte uns verschiedene Übungen vor, wie wir in das Schreiben kommen können. Wir schrieben Zweiminuten-Texte oder bekamen zehn Wörter, die wir in Prosa aufbereiten sollten. Es war berührend und spannend, zu erleben, welch unterschiedliche Geschichten entstanden. Manch einer packte seine Seele ungeschützt und offen in seinen Text. Zum Glück war die Gruppe sehr harmonisch. Es gab keine Kritik, keiner wurde ausgelacht. Alles, was herauskam, wurde getragen und manches murmelnde Nicken zeigte: Da hat jemand den richtigen Ton, die richtigen Worte gefunden.

Die Haiku-Dichtung, die mir vorab etwas Respekt eingeflößt hatte, lockte erneut den Schalk in mir hervor und ich dichtete munter Humorvolles. Dank des zauberhaften Frühlingswetters konnten wir den ganzen Nachmittag draußen in der Weidenkapelle oder am Teich verbringen und ein Schreibimpuls nach dem anderen tauchte auf. Beim Thema „Die innere Landschaft in mir“ entstand die bisher erste eigene Liebeserklärung an mich selbst.

Unser Tag ging bis 22 Uhr. Ausgefüllt mit Glücksmomenten, Ergriffenheit, Kreativität, Traurigkeit und Gedankenfetzen, war ich lediglich noch in der Lage, mir die Zähne zu putzen, bevor ich völlig ermattet ins Bett sank.

Die morgendliche Schweige-Meditation brachte mich in Kontakt mit meiner Großmutter, die vor wenigen Tagen 100 Jahre alt geworden und die vor zwei Jahren gestorben war. Es war ein so berührendes Erlebnis, dass ich erst einmal unfähig war, aufzustehen und zum Kurs zu gehen. Aber auch das war in Ordnung, wie es war. Dass beim Schreiben und Meditieren an der Seele gerüttelt wird und nicht alles genau nach getaktetem Plan laufen kann, wurde von allen akzeptiert. Rüdiger gab uns zum Abschluss noch viele verschiedene Tipps mit auf dem Weg („Kauft euch einen Füller und habt immer einen Block dabei“) und mit dem gemeinsamen Mittagessen endete ein ausgefülltes und kreatives Wochenende.

Nun liegt es an mir, dafür zu sorgen, dass diese wundervollen Momente der Stille, der Kreativität und der Innen-Schau auch Platz im Alltagsleben finden. Dass der Füller nicht sinnlos gekauft wurde. Es gilt, das tägliche Leben so zu stricken und zu weben, dass es eine runde Sache wird. Denn schließlich: “Wann singt mein Herz und wie oft nehme ich mir Zeit dafür?“

Glückliche Mandarinen

Glück durch Kleinigkeiten

Die ARD hat vom 16. bis zum 22. November die Themenwoche “Zum Glück”. Ein Thema, auf das ich sofort anspringe, weil ich der festen Meinung bin, dass jeder sein Glück selbst in der Hand hat. Im Grunde habe ich es in verschiedenen Beiträgen auf meinem Blog schon erwähnt: es ist alles eine Frage der Sichtweise.

Ja, es kann mich total glücklich machen, meine Toilette zu putzen. Hier habe ich schon mal darüber berichtet. Mein Geheimnis ist die Präsenz, die Annahme dessen, was gerade ist. Natürlich macht es keine Freude, eine ungeliebte Tätigkeit zu machen, wenn mich darüber ärgere, dass ich sie machen muss. Wenn ich denke “Ich würde jetzt viel lieber ein Buch lesen.”  Es kann aber unerwartet viel Spaß machen, wenn ich die Rahmenbedingungen ändere (tolle Musik im Hintergrund, gut riechendes Putzmittel und ein frischerer, sauberer Lappen). Es kostet mich zwar oft Überwindung, manche Tätigkeiten anzugehen. Aber wenn ich mal dabei bin, dann kann ich es genießen. Dann versuche ich nur im Moment zu bleiben und mich an dem, was ich tue, zu erfreuen. Und dann kommt es, das Glücksgefühl :-)

Zugegeben, es ist oft eine ziemliche Herausforderung. Ich sitze vor der Steuererklärung und komme mir vor, wie der letzte Idiot. Die Kunst besteht daran, dies wahrzunehmen und mir selbst Unterstützung zu holen. Ein Gläschen Sekt zu trinken (geht dann irgendwie alles einfacher *g*). Oder mir zwei/ drei Kekse bereit zu legen. Musik anzumachen. Was auch immer mir hilft, mich besser zu fühlen.

Schau dich um!

In ganz vielen Situationen sind wir nicht bei uns, sondern woanders. Und verpassen dadurch ganz viele Glücksmomente.  Es macht mich glücklich, wenn ich auf dem Weg zum Bahnhof nicht einfach nur unterwegs bin, sondern Kinder sehe, die lachend am Straßenrand spielen. Wenn ich den Duft der Bäckerei in mich aufsauge. Wenn der Zug pünktlich ist. Alles, was so viele Menschen nicht wahrnehmen oder als selbstverständlich ansehen.

Hooping  macht glücklich

Hooping macht glücklich

Und dann gibt es natürlich noch die Momente, die man sich bewusst aussucht. Weil man in ihnen einfach glücklich ist. Diese so oft wie möglich herbeizuführen, ist ein weiteres Geheimnis. Bei mir ist das z. B. Hulahoop. Das wisst ihr ja inzwischen :-) Es gibt kaum ein Hobby, das mich so sehr glücklich macht, wie mit dem Reifen zu spielen.
Neben Hooping gibt es aber noch andere Beschäftigungen. Und nein, sie liegen nicht nur in der Freizeit. Auch viele Tätigkeiten in meinem Beruf machen mich glücklich. Die Kunst ist, sie zu sehen und zu genießen.

Was macht dich glücklich?? Und wie oft machst du das? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Schlagwörter: ,

Hooping im GartenNachdem mir Kerstin das Blockstöckchen zugeworfen hat, nehme ich es gerne auf und gebe es am Ende natürlich weiter. Aber erst mal trage ich es in die Runde.

Blogger-Typ

*hüstel* Ich bin ehr so die “mir liegt etwas sehr am Herzen und muss es der ganzen Welt sagen”-Bloggerin. Sprich: oft liegen schon Mal längere Pausen dazwischen , manchmal kommen zwei Beiträge dann wieder relativ kurzfristig hintereinander. Ich überlege meist, ob das, was mich beschäftigt, überhaupt mitteilenswert ist. Und – im Gegensatz zu Twitter, wo ich diese Überlegung nicht anstelle :-) – hat dies zur Folge, dass ich nicht so oft blogge.

Gerätschaften digital

Laptop: Bunt beklebt.
Handy für die Fotos und die Notizen.

Gerätschaften analog

Ich gestehe: nix.
Obwohl: manchmal ist es ein Satz aus einem Buch, der mich zum Bloggen anregt. Puh, nochmal Glück gehabt :-)

Arbeitsweise

Ich tippe aus dem Gefühl heraus, feile dann aber gründlich am Text herum. Wenn ich lang genug herumformuliert habe, geht der Text dann aber unverzüglich online. Auf Vorrat bloggen ist nicht mein Ding.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?

System: WordPress-Blog, gehostet bei wordpress.com. Das ging damals beim Einrichten einfach schneller, als eine eigene Installation und hat den Vorteil, dass ich mich nicht um Updates kümmern muss.

Recherche: da ich in mir selbst recherchiere: mein Herz.

Wo sammelst du deine Blogideen?

Die Ideen kommen mir meist, wenn ich mir selbst zuhöre. Nach Innen lausche sozusagen. Wenn ich Zeit habe, lege ich dann auch unverzüglich los. Sollte ich keine Zeit habe, notiere ich mir einen Gedanken in meinem Handy. Zugegebenermaßen ist das dann manchmal so kurz und kryptisch formuliert, dass ich gelegentlich später nicht mehr weiß, was ich mir selbst sagen wollte :-)

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?

Habe ich keine. Im Gegensatz zur sonst ziemlich effektiven Art, mich im Internet zu bewegen, lasse ich mir beim Bloggen Zeit.

Benutzt du eine To-Do-List-App?

Zeitweise mal in Evernote reingeschaut. Aber nicht wirklich dabei geblieben.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?

Welche Frage: meine Hulahoop-Reifen. Wer mich kennt, weiß, dass Hulahoop für mich alles vereint: Spaß, Sport, Spiel und Arbeit.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?

Mich selbst verstehen. Ich bin sicher, keiner versteht mich so gut, wie ich mich.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?

Radio (SWR3).

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall/Lerche?

Ich muss vor 0 Uhr ins Bett gehen, länger halte ich selten durch. Wochentags stehe ich um halb 6 auf. Eigentlich ohne große Schwierigkeiten. Am Wochenende schaffe ich es dann immerhin, bis 7 Uhr zu schlafen. Worauf ich sehr stolz bin, was aber meinen Mann, der gerne länger schlafen würde, zur Verzweiflung bringt.

Eher introvertiert oder extrovertiert?

Eindeutig extrovertiert. Wenn ich irgendwo bin, weiß dass nach kurzer Zeit jeder im Raum. Zeigt sich auch oft an der Klamottenfarbe. Ich liebe kräftige, bunte Farben wie Orange, Rot, Türkis.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?

Ich freue mich auf die Antworten von:

@apfelmuse @beingmenow @indivisuell @textzicke

Der beste Rat, den Du je bekommen hast?

Wenn du nicht weißt, wie du dich in bestimmten Situationen entscheiden sollst, stell’ dir vor, du sitzt als alte Frau im Schaukelstuhl und schaust zurück. Was würde die weise Dame wohl raten?

Noch irgendwas Wichtiges?

Das Wichtigste im Leben sieht man, wenn man in den Spiegel schaut. Kuck doch mal :-)

Schlagwörter: ,

Diejenigen, die mich von Twitter her kennen, wissen, dass ich letztes Jahr geheiratet habe. Und zum Heiraten braucht man natürlich ein Brautkleid. Als ich die Hochzeitsmesse in Trier besuchte und dort Schneidermeisterinnen ihre Entwürfe ausstellten, dachte ich mir: das wäre doch auch was für mich. Das eigene Kleid selber nähen. Dann habe ich ein Unikat – und spare Geld.

Allein ist so ein Unterfangen natürlich nicht möglich.  Also fragte ich meine Mutter, ob sie mir helfen wolle. Nachdem ihre freudige Zusage da war, machte ich mich auf, einen Schnitt und passenden Stoff zu suchen. Brautkleiderschnitte sind entweder hässlich oder rar, so dass es gar nicht so einfach war, etwas passendes zu finden. Meine Wahl fiel dann auf ein amerikanisches Modell – als Ausgangslage, anpassen wollte ich dann diverses. Jetzt  musste ich mich erst mal durch die amerikanischen Größen wühlen. Das Abmessen meiner eigenen Maße ergab eine Schwankung zwischen Brust, Taille und Hüfte von insgesamt drei Größen (das versprach lustig zu werden).

Nun ging es an den Stoff. Ich suchte mir sämtliche Geschäfte in Trier heraus, die Stoffe führen, und machte mich auf einen langen Nachmittag gefasst. Aber Gott meinte es wiedermal gut mit mir: schon im ersten Laden zeigte mir die Verkäuferin eine wundervollen, cremefarbenen Stoff, leicht gecrasht, der noch dazu wirklich preiswert war. Gefallen, gekauft. Einzig die Spitze, mit der ich das Kleid verzieren wollte, war nirgendwo in Trier aufzutreiben. Und auch nicht im Internet.

Ich verbrachte im Frühjahr insgesamt zwei arbeitssame aber wunderschöne Wochenenden bei meiner Mutter und werkelte im Sommer zuhause noch einige Tage am Kleid. Gleich beim ersten Treffen stellten wir fest, dass die Corsage-Stäbchen keinen Tunnel dabei hatten, also fuhren wir in die Nachbarstadt, nach Zwingenberg, um sie zu kaufen. Und im Stoffladen fiel der Blick meiner Mutter plötzlich auf eine Spitzenbordüre in Creme. Ihr werdet es sicherlich ahnen: es war GENAU die passende Farbe. Und weil es das Reststück war, gab es diese dann auch noch preiswerter.

Ich könnte Euch noch viel mehr rund um das Brautkleid erzählen. Aber seht euch einfach die Bildergalerie an (einfach auf das erste Bild klicken). Dann wisst ihr, wie es war.

Es gibt übrigens den Aberglauben, dass man sein Brautkleid nicht selbst nähen solle, weil: “jeder Stich eine Träne“. Ich persönlich halte von solchen Theorien nichts und bin der Meinung, dass mein Eheglück nicht davon abhängt, ob ich mein Kleid selbst genäht habe oder nicht. Und außerdem wissen wir ja: auch Tränen haben eine Daseinsberechtigung. Genauso wie das Lachen. Eine Ehe ohne Lachen und ohne Tränen ist eine tote Ehe, weil keine Gefühle mehr da sind.

Mir bleibt nur noch eins: ein Riesen-Danke-Schön an Ursula. Nicht nur für die Hilfe beim Brautkleidnähen. Nein, ohne sie wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Danke!

Schlagwörter: , ,

Anmerkung: Dies ist eine freie Übersetzung des Gastbeitrags von Courtney Carver, Autorin von www.bemorewithless.com, auf zenhabit.net.

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal darüber lachen würde, wie beschäftigt ich früher war. Mein Ziel war es, eine Superfrau zu sein. Ich konnte 40 und mehr Stunden pro Woche arbeiten, ein Kind erziehen, hilfsbereit sein, wenn jemand fragte, ich konnte trainieren, reisen, kochen und putzen. Ich konnte all das tun, und noch viel mehr.

Jeder tat das alles, also tat ich es auch. Aber eigentlich wollte ich das nicht alles tun. All diese Aktivitäten erschöpften mich. Es kostete mich Freundschaften. Kostete mich meine Gesundheit. Meine Geschäftigkeit kam mir nicht einmal ein bisschen albern vor. Es war der Normalzustand.

Weniger geschäftig zu sein war kein Zufall, sondern eine Entscheidung, die ich mit Absicht getroffen habe. Ich traf die Entscheidung, dass ein stressvolles Leben nicht die richtige Lebensweise für mich ist. Ein guter Mensch zu sein, liebende Ehefrau, Mutter und Freund … das war das Leben, das ich wollte. Daneben wollte ich die Freiheit haben, Dinge zu machen, die mein Herz zum singen bringen, anstatt Dinge zu tun, die mich erdrücken.

Bis ich bewusst beschloss, die andauernden Aktivitäten sein zu lassen,  konnte ich nicht sehen, wie dumm es wirklich war. Das Gefährliche an der Geschäftigkeit ist, dass Du manchmal so sehr mit allem beschäftigt bist, dass du gar nicht bemerkst, dass du in Schwierigkeiten bist. Du bist so überfordert, dass du nicht herausfinden kannst, wie man es ändert. Du bist so sehr daran gewöhnt, geschäftig zu sein, dass du dir mehr und mehr Arbeit erschaffst, die dein Leben noch stressvoller macht.

Du bist in diesem Unsinn der Geschäftigkeit gefangen, wenn

  • deine übliche Antwort auf “Wie geht es dir?” ist: “Ich bin beschäftigt” oder “Ich habe absolut keine Zeit” oder “Ganz gut, aber ich hab so viel zu tun.”
  • du viel Zeit damit verbringst, darüber nachzudenken, wie viel du morgen zu tun hast
  • du verärgert darüber bist, dass dein Partner oder deine Freunde nicht so viel Arbeit haben wie du
  • dein stressiges Leben dich nachts wach hält und du ständig darüber nachgrübelst, was du alles noch nicht erledigt hast
  • du Wert darauf legst, andere wissen zu lassen, dass du Stunden im Büro verbringen musst
  • du mehrmals am Tag deine E-Mails checken musst
  • du während eines Gespräches gedanklich abschweifst und dir überlegst, was noch alles zu tun ist
  • du dich mit Dingen beschäftigst, die dich eigentlich nicht interessieren
  • du viel Zeit damit verbringst, darüber zu klagen, wie beschäftigt du bist
  • du eine Liste nach der anderen machst, damit du bloß nichts vergisst
  • du  jeden Tag Zeit damit verbringst, einen Überblick über deinen Schreibtisch zu erhalten, zu ordnen, zu sortieren
  • du regelmäßig in deinem Auto isst
  • du im Auto telefonierst, weil es die einzige Möglichkeit ist “in Ruhe ein Telefonat zu führen”

Wenn du so bist wie ich es früher war, dann, weil du einfach ständig beschäftigt sein willst oder weil du nicht weißt, wie du es stoppen kannst. Weil du nicht weißt, wie es ist, untätig zu sein. Du bist aktiv, weil du irrtümlich meinst, wenn du so viel tust, bist du jemand. Wenn du dich entscheidest, dass es ok ist, das Leben auf deine Art zu leben, kannst du aufhören, beschäftigt zu sein und beginnst statt dessen Dingen zu tun, die dir wichtig sind. Du kannst über deinen ausgefüllten Tag reden, anstatt dich über deinen vollen Terminkalender zu beschweren. Entscheide dich heute, dass du schon jemand bist, selbst wenn du einfach nichts tust, nichts erreichst oder nie wieder etwas produzieren wirst. Du bist jemand.

Wie kommst du mehr zur Ruhe?

  • werde bewusst unproduktiv
  • rufe deine E-Mails nur 2 mal pro Tag ab
  • lösche E-Mails, die du nicht lesen musst
  • schalte dein Telefon und den Computer aus, wenn du nicht arbeitst
  • schalte alles im Auto aus (außer den Motor)
  • fahre dein i-Pad runter
  • lese “The Power of Less
  • hilf jemandem bei etwas
  • versuche, weniger “tun”, mehr zu “sein”
  • gib es auf, mitzuhalten, dich zu vergleichen oder andere zu überholen

Wenn du vielleicht glaubst, dass du dich für andere aufopferst, weil du beschäftigt bist, ist es ehr die Beziehung selbst, die du mit deinem Aktivismus opferst. Komm zu dir und nimm dir Zeit zu überlegen, was dir am wichtigsten ist. Tu das zuerst. Der Rest kann warten.

Courtney Carver ist die Autorin von Simple Ways to Be More with Less. Sie hat einen Blog, Be More with Less, oder du kannst ihr auf twitter folgen.

Dieser Text stammt von www.zenhabit.net – ein wirklich empfehlenswerter Blog.


Archive

Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 42 Followern an

Mein Twitter-Account

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 42 Followern an