Zeit der Dankbarkeit

Archiv für November 2011

Das Buddha-Museum in Traben Trarbach

Das Buddha-Museum in Traben Trarbach

Im malerischen Traben-Trarbach an der Mosel befindet sich ein Buddha-Museum. Wer hätte das gedacht? Direkt vor den Augen der überwiegend evangelischen Bevölkerung und den unzähligen Touristenströmen steht direkt an der Mosel eine alte Weinkellerei, die das Museum beherbergt. Meine Nachbarin und ich waren vor kurzem an einem sonnigen Samstag dort zu Besuch und haben einen wundervollen Vormittag im Museum verbracht.

Insgesamt sind es ca. 1.800 Figuren, die man betrachten kann. Das ganze ist sehr hell und freundlich gehalten – so freundlich wie auch die meisten Buddhas dreinblicken. Am Empfang wurden wir sehr zuvorkommend behandelt und durften sowohl unser Gepäck mit hineinnehmen als auch Fotos machen; für ein Museum sehr ungewöhnlich.

Der Dachgarten mit Springbrunnen und Blick ins Moseltal

Der Dachgarten mit Springbrunnen und Blick ins Moseltal

Die vielen Figuren verteilen sich auf mehrere Etagen, inklusive Innenhof und einem malerischen Dachgarten. Leider war es für ein Picknick im Dachgartenpavillon schon zu kalt. Im Museum läuft dezent meditative Hintergrundmusik und im Empfangsfoyer kann man sich auch mal gemütlich hinsetzen und eine Tasse Kaffee trinken.

Es gibt sehr viele Erklärungen zu den Buddhas, den Handhaltungen (Mudras) und dem Buddhismus allgemein. Mich persönlich sprechen diese Figuren sehr an, weil sie so was Humorvolles, Warmes vermitteln. Sehr viele Figuren sind weiblich, weich und verspielt (meine Lieblingsfigur trägt z. B. einen blauen Blümchenrock).

Buddha im blauen Blümchenrock

Ganz eindeutig meine Lieblingsfigur (wegen des Blümchenrocks)

Anders als bei den Katholiken, wo zwar die  Wiederauferstehung gefeiert wird, in den Kirchen jedoch ein leidender Christus am Kreuz zu sehen ist, findet sich bei den Buddhas Offenheit, Klarheit, ein In-sich-Ruhen.  Bei manch einem verschmitzt lächelnden Buddha schleicht sich mir selbst ein Lächeln ins Gesicht.

Manche Figuren ziehen mich magisch an – während andere mich ehr abschrecken. So z.B. die Elefantenbuddhas (Ganesha), mit denen ich nicht viel anfangen kann, weshalb ich davon auch kein Foto gemacht habe. Im Grunde genommen fehlt eigentlich nur noch ein Meditationsraum. Zwar hat man  immer wieder die Möglichkeit, sich zu setzen und die Vielzahl auf sich wirken zu lassen, aber einen Raum der Stille, wo man nicht durch vorbeilaufende Menschen gestört wird, wäre das Tüpfelchen auf dem i. Insgesamt ein empfehlenswertes Ausflugsziel.

Hier meine aufgenommenen Bilder (ein herzliches Dankeschön an das Museum, welches es mir erlaubt, sie hier im Blog zu veröffentlichen).

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Weiterführende Informationen und ein kurzes Video findet sich auf der Museumsseite: www.buddha-museum.de

Anmerkung: Dies ist eine freie Übersetzung des Gastbeitrags von Courtney Carver, Autorin von www.bemorewithless.com, auf zenhabit.net.

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal darüber lachen würde, wie beschäftigt ich früher war. Mein Ziel war es, eine Superfrau zu sein. Ich konnte 40 und mehr Stunden pro Woche arbeiten, ein Kind erziehen, hilfsbereit sein, wenn jemand fragte, ich konnte trainieren, reisen, kochen und putzen. Ich konnte all das tun, und noch viel mehr.

Jeder tat das alles, also tat ich es auch. Aber eigentlich wollte ich das nicht alles tun. All diese Aktivitäten erschöpften mich. Es kostete mich Freundschaften. Kostete mich meine Gesundheit. Meine Geschäftigkeit kam mir nicht einmal ein bisschen albern vor. Es war der Normalzustand.

Weniger geschäftig zu sein war kein Zufall, sondern eine Entscheidung, die ich mit Absicht getroffen habe. Ich traf die Entscheidung, dass ein stressvolles Leben nicht die richtige Lebensweise für mich ist. Ein guter Mensch zu sein, liebende Ehefrau, Mutter und Freund … das war das Leben, das ich wollte. Daneben wollte ich die Freiheit haben, Dinge zu machen, die mein Herz zum singen bringen, anstatt Dinge zu tun, die mich erdrücken.

Bis ich bewusst beschloss, die andauernden Aktivitäten sein zu lassen,  konnte ich nicht sehen, wie dumm es wirklich war. Das Gefährliche an der Geschäftigkeit ist, dass Du manchmal so sehr mit allem beschäftigt bist, dass du gar nicht bemerkst, dass du in Schwierigkeiten bist. Du bist so überfordert, dass du nicht herausfinden kannst, wie man es ändert. Du bist so sehr daran gewöhnt, geschäftig zu sein, dass du dir mehr und mehr Arbeit erschaffst, die dein Leben noch stressvoller macht.

Du bist in diesem Unsinn der Geschäftigkeit gefangen, wenn

  • deine übliche Antwort auf “Wie geht es dir?” ist: “Ich bin beschäftigt” oder “Ich habe absolut keine Zeit” oder “Ganz gut, aber ich hab so viel zu tun.”
  • du viel Zeit damit verbringst, darüber nachzudenken, wie viel du morgen zu tun hast
  • du verärgert darüber bist, dass dein Partner oder deine Freunde nicht so viel Arbeit haben wie du
  • dein stressiges Leben dich nachts wach hält und du ständig darüber nachgrübelst, was du alles noch nicht erledigt hast
  • du Wert darauf legst, andere wissen zu lassen, dass du Stunden im Büro verbringen musst
  • du mehrmals am Tag deine E-Mails checken musst
  • du während eines Gespräches gedanklich abschweifst und dir überlegst, was noch alles zu tun ist
  • du dich mit Dingen beschäftigst, die dich eigentlich nicht interessieren
  • du viel Zeit damit verbringst, darüber zu klagen, wie beschäftigt du bist
  • du eine Liste nach der anderen machst, damit du bloß nichts vergisst
  • du  jeden Tag Zeit damit verbringst, einen Überblick über deinen Schreibtisch zu erhalten, zu ordnen, zu sortieren
  • du regelmäßig in deinem Auto isst
  • du im Auto telefonierst, weil es die einzige Möglichkeit ist “in Ruhe ein Telefonat zu führen”

Wenn du so bist wie ich es früher war, dann, weil du einfach ständig beschäftigt sein willst oder weil du nicht weißt, wie du es stoppen kannst. Weil du nicht weißt, wie es ist, untätig zu sein. Du bist aktiv, weil du irrtümlich meinst, wenn du so viel tust, bist du jemand. Wenn du dich entscheidest, dass es ok ist, das Leben auf deine Art zu leben, kannst du aufhören, beschäftigt zu sein und beginnst statt dessen Dingen zu tun, die dir wichtig sind. Du kannst über deinen ausgefüllten Tag reden, anstatt dich über deinen vollen Terminkalender zu beschweren. Entscheide dich heute, dass du schon jemand bist, selbst wenn du einfach nichts tust, nichts erreichst oder nie wieder etwas produzieren wirst. Du bist jemand.

Wie kommst du mehr zur Ruhe?

  • werde bewusst unproduktiv
  • rufe deine E-Mails nur 2 mal pro Tag ab
  • lösche E-Mails, die du nicht lesen musst
  • schalte dein Telefon und den Computer aus, wenn du nicht arbeitst
  • schalte alles im Auto aus (außer den Motor)
  • fahre dein i-Pad runter
  • lese “The Power of Less
  • hilf jemandem bei etwas
  • versuche, weniger “tun”, mehr zu “sein”
  • gib es auf, mitzuhalten, dich zu vergleichen oder andere zu überholen

Wenn du vielleicht glaubst, dass du dich für andere aufopferst, weil du beschäftigt bist, ist es ehr die Beziehung selbst, die du mit deinem Aktivismus opferst. Komm zu dir und nimm dir Zeit zu überlegen, was dir am wichtigsten ist. Tu das zuerst. Der Rest kann warten.

Courtney Carver ist die Autorin von Simple Ways to Be More with Less. Sie hat einen Blog, Be More with Less, oder du kannst ihr auf twitter folgen.

Dieser Text stammt von www.zenhabit.net – ein wirklich empfehlenswerter Blog.


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